Pisa-Testaufgaben: Vom Zähneputzen und Geldwechseln

Gut zwei Stunden dauerte der Pisa-Test, für den weltweit 15-jährige Schüler Fragen aus drei Kernbereichen beantworteten: zur Lesekompetenz, zu Naturwissenschaften und Mathematik. Einige Beispielaufgaben zeigen die Anforderungen, die an die Schüler gestellt wurden.

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Lesen, Rechnen, Naturwissenschaften: Der Pisa-Dreikampf

Für die neue Pisa-Untersuchung haben Forscher weltweit fast eine halbe Million Schüler in 65 Staaten getestet. In Deutschland beteiligten sich etwa 5000 Jugendliche an 223 Schulen an der internationalen Vergleichsstudie.

Erstmals schließt sich der Kreis, weil der Schwerpunkt - wie schon bei der ersten Pisa-Studie aus dem Jahr 2000 - diesmal erneut auf dem Lesen und dem Textverständnis lag. Naturwissenschaften und Mathematik waren ebenfalls Teil des rund zweistündigen Tests.

Bereich Lesekompetenz

Die Aufgabe:

"Lies den folgenden Text und beantworte die nachfolgenden Fragen:

Werden unsere Zähne immer sauberer, je länger und stärker wir sie putzen? Britische Forscherinnen und Forscher sagen nein. Sie haben viele verschiedene Varianten ausprobiert und haben letztendlich die perfekte Art des Zähneputzens gefunden. Ein zweiminütiges, nicht zu starkes Bürsten bringt das beste Ergebnis. Wenn man stark bürstet, beschädigt man Zahnschmelz und Zahnfleisch, ohne dass dabei Essensreste oder Zahnbelag gelöst werden. Bente Hansen, eine Expertin für Zähneputzen, sagt, dass es gut ist, die Zahnbürste wie einen Stift zu halten. 'Fang in einer Ecke an und putze die ganze Reihe entlang', sagt sie. 'Und vergiss auch deine Zunge nicht! Sie kann eine Menge Bakterien enthalten, die schlechten Atem verursachen können'."

Frage 1:

"Wovon handelt dieser Artikel?"

A. Von der besten Art, seine Zähne zu putzen.
B. Von der besten Zahnbürste, die zu benutzen ist.
C. Von der Wichtigkeit guter Zähne.
D. Von den unterschiedlichen Arten, wie Leute ihre Zähne putzen.

Richtige Antwort: A (Stufe 1)

Frage 2:

"Was empfehlen die britischen Forscherinnen und Forscher?"

A. Dass man seine Zähne so oft wie möglich putzen sollte.
B. Dass man nicht versuchen sollte, seine Zunge zu putzen.
C. Dass man seine Zähne nicht zu stark bürsten sollte.
D. Dass man seine Zunge öfter als die Zähne putzen sollte.

Richtige Antwort: C (ebenfalls Stufe 1)

Frage 3:

"Warum wird im Text ein Stift erwähnt?"

A. Damit man versteht, wie man eine Zahnbürste halten sollte.
B. Weil man mit beidem, einem Stift und einer Zahnbürste, in einer Ecke beginnt.
C. Um zu zeigen, dass man Zähne auf viele verschiedene Arten putzen kann.
D. Weil man das Zähneputzen so ernst nehmen sollte wie das Schreiben.

Richtige Antwort: A (Stufe 1)

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1.
susie.sunshine 07.12.2010
Wow, so schwere Aufgaben waren da zu bewältigen. Bin beeindruckt woran diese Studie festgemacht wird.
2. Dröge Textaufgaben wie diese...
agsteiner 07.12.2010
Der Pisa-Test erinnert mich auf unschöne Weise an die grauenvollen Textaufgaben in der Schule vor vielen Jahren. 10 Zeilen langweiliger, humorloser, trockener, dröger Fließtext. Der Hintergrund soll vermutlich sein, dass der Schüler relevante Informationen im Text von irrelevanten trennen lernen soll. Dennoch: langweiliger geht's nicht. Diese Art von Drögsprache gibt es ausschließlich in Schul-Textaufgaben. Muss man Schüler das antun? Mir wird nach 25 Jahren noch schlecht. Wie wär's mit etwas Schreibstil? Mit "Aufgabe in eine Geschichte kleiden" statt Mei-Lings öden Zusatzfakten? (ja, ich war damals schlecht in diesen Aufgaben, weil ich, wenn ich desinteressiert bin, unkonzentriert bin. Das ist auch gut so. Man möge mich interessieren. :-) )
3. k
Sam_Vimes 08.12.2010
Zitat von agsteinerDer Pisa-Test erinnert mich auf unschöne Weise an die grauenvollen Textaufgaben in der Schule vor vielen Jahren. 10 Zeilen langweiliger, humorloser, trockener, dröger Fließtext. Der Hintergrund soll vermutlich sein, dass der....
Selbstverständlich, ihro Gnaden. Here we are now - entertain us!
4. Alle Jahre wieder
vocis 08.12.2010
Zitat von susie.sunshineWow, so schwere Aufgaben waren da zu bewältigen. Bin beeindruckt woran diese Studie festgemacht wird.
Ich frage mich gerade, ob das wohl Ironie ist. --- Mir persönlich fehlen bei den PISA Studien immer einige Daten. Wer wird befragt? Darf die Schule Schüler aussuchen, die an der Befragung teilnehmen? (Werden in Deutschland Schüler aller Schultypen befragt?) Ich frage mich auch immer, welche Rolle die Ergebnisse generell spielen und welche Wichtigkeit man ihnen zuordnen sollte. Fakt ist, wir gehören nie zu den Besten - sind also schlechter als die Anderen - aber dennoch stellt sich mir die Frage, ob der PISA Test an sich Sinn macht. Kann man die Intelligenz eines Landes wirklich mit Mutlipe-Choice fragen ermitteln? Ich habe ein Jahr in England an einem College (sprich Oberstufe, Klasse 12) verbracht und war teilweise erstaunt. Die Schüler/innen hatten in der 12.Klasse meistens nur noch 4 Fächer die Woche (mit 4 Wochenstunden) und im 13. Jahr sogar nur noch 3 Fächer (auch jeweils 4 Stunden). Mein Stundenplan war ein Traum! In der 12.Klasse in England, musste ich festellen, dass teilweise erst der Stoff durchgenommen wurde, den ich schon aus Klasse 10 (teilweise sogar 9) kannte. Dadurch, dass die Schüler sich nur noch auf 3-5 Fächer konzentrierten, holten sie allmählich auf - aber überholten uns nie. In England werden ein bis zweimal im Jahr Examen geschrieben, die von einem nationalen "Examensboard" korrigiert werden. Den Schülern ging es lediglich darum, den Stoff gut für das Examen zu können. (Ich spreche aus persönlicher Ehrfahrung und möchte keine Verallgemeinerung anstellen.) Die Art von Aufgabe, die oben als Beispiel genannt wird, hat mich sofort an die englischen Examen erinnert, die ich kenne. Doch ist das Leben wirklich gefüllt mit Multiple-Choice-Fragen? In meinem ganzen, deutschen Schulleben ist mir nie, wirklich nie eine Multipe-Choice-Frage in einer Klausur über den Weg gehüpft. Bei uns geht es um Ausdrucksvermögen, Kreativität und natürlich Richtigkeit. Wir sind also schlechter im Felder anticken als viele, viele andere Länder. Klar sind wir schlechter, das deutsche Bildungssystem kein Traum, aber macht uns das wirklich doof? Es ärgert mich. Ich verbringe wöchentlich 40 Stunden in der Schule, komme abends nach Hause und lerne wieder. Ich mag das Lernen - aber muss ich mich wirklich hinten in der Bildungsschlange anstellen?
5. Wie peinlich...
7leser7 08.12.2010
...ist das denn! Wer auch immer Frage 2 formuliert hat sollte sich doch mal kurz von einem Biologen den Unterschied zwischen Viren und Bakterien erklären lassen! In dem Text geht es um Viren, Frage 2 hat hier nichts zu suchen. Gegen bakterielle Infektionen gibt es keine Impfung.
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  • Dienstag, 07.12.2010 – 13:53 Uhr
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