Schneller Rückzieher: Gemeinde baut umstrittenen Kinderfinger-Scanner ab

Schulkinder im bayerischen Gilching müssen nun doch keine biometrischen Daten abgeben, wenn sie zur Musikstunde wollen. Nach Elternprotesten schraubt die Gemeinde den umstrittenen Fingerabdruck-Scanner wieder ab. Bürgermeister und Schule fahnden weiter nach einem Sicherheitskonzept.

Teure Technik: Vor zwei Tagen eingeweiht, wird der 3000-Euro-Scanner jetzt entferntZur Großansicht
Ulrich Kayl

Teure Technik: Vor zwei Tagen eingeweiht, wird der 3000-Euro-Scanner jetzt entfernt

Der umstrittene Fingerabdruck-Scanner für Musikschüler an der Tür einer Grundschule im oberbayerischen Gilching wird im Lauf des Mittwochs demontiert. Das teilte der Bürgermeister der Gemeinde, Manfred Walter, mit. Auf Betreiben der Schule und der Gemeinde war das 3000 Euro teure Gerät erst am Montag installiert worden.

Die bereits gescannten biometrischen Daten von 49 Schulkindern würden außerdem gelöscht, schrieb Walter in einer Presseerklärung. Grund für die Kehrtwende sei, dass "ein Großteil der Eltern der Musikschüler diesen Fingerprint nicht akzeptieren", so der Bürgermeister.

An der Arnoldus-Grundschule sollten etwa 160 Kinder für den nachmittäglichen Zugang zum Schulhaus ihre Fingerabdrücke speichern lassen. Die Datenerfassung war allerdings nur für die Schüler der Musikschule Gilching geplant. Die Musikschule hatte mit der Grundschule eine nachmittägliche Nutzung ihrer Räume vereinbart, allerdings unter der Bedingung, dass keine Fremden Zugang zur Schule erhalten dürften. An Vormittagen und auch für die am Nachmittag betreuten Schüler der Grundschule sollte kein Scan nötig sein.

Am Montag war das Scan-Vorhaben unter Aufsicht des Hausmeisters mit gerade knapp einem Drittel der betroffenen Kinder schleppend angelaufen. Besorgte Eltern hatten Datenschutzbedenken geltend gemacht und bemängelt, unter der erkennungsdienstlichen Behandlung leide das Wohl und das Sicherheitsgefühl der Kinder. Zwei Väter verteilten Flyer gegen die Speicherung der biometrischen Daten.

Darüber, wie der Zugang zur Schule für die musizierenden Kindern nachmittags und in den Abendstunden in Zukunft geregelt werden soll, wollen die Verantwortlichen jetzt weiter beraten.

cht

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insgesamt 12 Beiträge
sic tacuisses 13.01.2010
Wer tritt den in den Allerwertesten. der 3000 € Steuergelder so einfach aus dem Fenster geworfen hat ?? Vermutlich niemand, weil jeder von den Leichen im Keller des anderen weiß.
Wer tritt den in den Allerwertesten. der 3000 € Steuergelder so einfach aus dem Fenster geworfen hat ?? Vermutlich niemand, weil jeder von den Leichen im Keller des anderen weiß.
unwesen 13.01.2010
Das Sicherheitskonzept ist ja auch dringend notwendig, weil viele Kleinkinder heutzutage von Terroristenzellen rekrutiert werden, damit sie Unterhosenbomben in die Musikstunde schmuggeln koennen.
Zitat von sysopSchulkinder im bayerischen Gilching müssen nun doch keine biometrischen Daten abgeben, wenn sie zur Musikstunde wollen. Nach Elternprotesten schraubt die Gemeinde den umstrittenen Fingerabdruck-Scanner wieder ab. Bürgermeister und Schule fahnden weiter nach einem Sicherheitskonzept. http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,671739,00.html
Das Sicherheitskonzept ist ja auch dringend notwendig, weil viele Kleinkinder heutzutage von Terroristenzellen rekrutiert werden, damit sie Unterhosenbomben in die Musikstunde schmuggeln koennen.
silenced 13.01.2010
Das Geschrei ist dann wieder groß wenn sich doch wer unbefugtes dort aufhält und Schaden anrichtet.
Das Geschrei ist dann wieder groß wenn sich doch wer unbefugtes dort aufhält und Schaden anrichtet.
Stefan Albrecht 13.01.2010
Es ist zwar hier eine gute Nachricht, der Grund wegen der dieser Sachverhalt jedoch zustande kam zeigt mal wieder mehr als deutlich wie abgedreht wir alle sind, wie wir die Hosen um unser armseliges Leben vollhaben und wie [...]
Zitat von sysopSchulkinder im bayerischen Gilching müssen nun doch keine biometrischen Daten abgeben, wenn sie zur Musikstunde wollen. Nach Elternprotesten schraubt die Gemeinde den umstrittenen Fingerabdruck-Scanner wieder ab. Bürgermeister und Schule fahnden weiter nach einem Sicherheitskonzept. http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,671739,00.html
Es ist zwar hier eine gute Nachricht, der Grund wegen der dieser Sachverhalt jedoch zustande kam zeigt mal wieder mehr als deutlich wie abgedreht wir alle sind, wie wir die Hosen um unser armseliges Leben vollhaben und wie dieser irrwitzige Angst immer mehr unser Leben bestimmt und ruiniert. Diese Panik gepaart mit uneingeschränkt durchgezogener Bürokratie treibt immer groteskere Blüten. Ich frage mich echt welch paranoides Gehirn nur auf die Idee kommt, bei Kleinkindern die Fingerabdrücke zu sammeln. Nur die Eltern, die auf die Barrikaden gingen geben mir noch Hoffnung.
Klo 13.01.2010
Nehmt ihnen die Waffen weg, dann können sie keinen Schaden anrichten!
Zitat von silencedDas Geschrei ist dann wieder groß wenn sich doch wer unbefugtes dort aufhält und Schaden anrichtet.
Nehmt ihnen die Waffen weg, dann können sie keinen Schaden anrichten!
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  • Mittwoch, 13.01.2010 – 14:34 Uhr
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