Der umstrittene Fingerabdruck-Scanner für Musikschüler an der Tür einer Grundschule im oberbayerischen Gilching wird im Lauf des Mittwochs demontiert. Das teilte der Bürgermeister der Gemeinde, Manfred Walter, mit. Auf Betreiben der Schule und der Gemeinde war das 3000 Euro teure Gerät erst am Montag installiert worden.
Die bereits gescannten biometrischen Daten von 49 Schulkindern würden außerdem gelöscht, schrieb Walter in einer Presseerklärung. Grund für die Kehrtwende sei, dass "ein Großteil der Eltern der Musikschüler diesen Fingerprint nicht akzeptieren", so der Bürgermeister.
An der Arnoldus-Grundschule sollten etwa 160 Kinder für den nachmittäglichen Zugang zum Schulhaus ihre Fingerabdrücke speichern lassen. Die Datenerfassung war allerdings nur für die Schüler der Musikschule Gilching geplant. Die Musikschule hatte mit der Grundschule eine nachmittägliche Nutzung ihrer Räume vereinbart, allerdings unter der Bedingung, dass keine Fremden Zugang zur Schule erhalten dürften. An Vormittagen und auch für die am Nachmittag betreuten Schüler der Grundschule sollte kein Scan nötig sein.
Am Montag war das Scan-Vorhaben unter Aufsicht des Hausmeisters mit gerade knapp einem Drittel der betroffenen Kinder schleppend angelaufen. Besorgte Eltern hatten Datenschutzbedenken geltend gemacht und bemängelt, unter der erkennungsdienstlichen Behandlung leide das Wohl und das Sicherheitsgefühl der Kinder. Zwei Väter verteilten Flyer gegen die Speicherung der biometrischen Daten.
Darüber, wie der Zugang zur Schule für die musizierenden Kindern nachmittags und in den Abendstunden in Zukunft geregelt werden soll, wollen die Verantwortlichen jetzt weiter beraten.
cht
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