Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Schwarz-grünes Hamburg: Schulkampf mit allen Schikanen

Von und

Spione, wüste Beleidigungen, Nazi-Vergleiche: Die Schulreform polarisiert Hamburg, Eltern aus den feineren Vierteln bangen um die Gymnasien. Gegner und Befürworter der Reform sind sich für keine Nickeligkeit zu schade. Und die härteste Schlacht steht wohl noch bevor.

Schulkampf in Hamburg: Eine Reform polarisiert die Stadt Fotos
DPA

Thorsten Buchinger, 35, hält seine Zigarre, als wäre sie eine Bockwurst, mit den Fingerspitzen, irgendwie distanziert. In dunklem Anzug, weißem Hemd und Krawatte, die halblangen Haare mit viel Gel nach hinten gezwängt, steht er an einem Herbstabend in Hamburgs Innenstadt. Passanten hasten vorbei, kaum einer nimmt Notiz von seiner Botschaft, die er mit schwarzen Lettern auf rote Pappe geschrieben hat: "Meine Kinder sollen nicht mit den Schmuddelkindern lernen müssen."

Eigentlich ist dieser Satz dem Berufsschullehrer genauso fremd wie die Zigarre in seiner Hand. Buchinger demonstriert gegen jene, die seiner Meinung nach nur eines wollen: ihre Kinder von Unterschichts- und Migrantenkindern abschotten. Mit ihm stehen rund 60 Demonstranten der "Jungen GEW" vor dem Haus Lilienstraße 15. Sie paffen, schwingen Golfschläger, tragen Gucci-Brillen. Und meinen, damit ihren Gegnern den Spiegel vorzuhalten.

Hier, einen Steinwurf von der Alster entfernt, hat die Initiative "Wir wollen lernen" ein Ladenlokal angemietet. Ihr Ziel: per Volksentscheid die schwarz-grüne Schulreform stoppen und so verhindern, dass die Gymnasien künftig erst mit Klasse sieben beginnen und die Lehrer entscheiden, welches Kind auf welche Schule kommt.

Jobbende Studenten auf Unterschriftenjagd

Nach der bereits beschlossenen Reform, wortreich vertreten von der grünen Schulsenatorin Christa Goetsch, sollen Schüler bis Klasse sechs gemeinsam lernen. In den Augen der Reformgegner bedeutet das vor allem eines: eine Beschneidung der Gymnasien. Um den Volksentscheid zu erzwingen, sammeln sie in diesen Tagen Unterschriften. Genau 61.834 Unterstützer müssen sie finden, dann würde im nächsten Sommer die ultimative Abstimmung steigen.

Innen wirkt der "Wir wollen lernen"-Laden mit seiner deckenhohen Straßenkarte wie eine Kommandozentrale. Als gelte es, einen Serientäter zu jagen, sind kleine Stecker über die Karte verteilt: grün die Märkte, schwarz die Einkaufszentren, orange 60 Orte von besonderer strategischer Bedeutung. Hier sollen die Bürger im Kampf um jede einzelne Unterschrift gestellt werden.

Dazu warb die Initiative über eine PR-Agentur Studenten. "Dringend Promoter gesucht!", hieß es in der Jobanzeige. Es lockte ein Lohn von fünf Euro pro Stunde plus ein Euro pro Unterschrift. Für die Gegner von "Wir wollen lernen" war das eine Steilvorlage. Von "Drückerkolonnen-Manier" sprach etwa Jens Kerstan, Fraktionschef der Hamburger Grünen.

Außer den Studenten sind ehrenamtliche Hundertschaften unterwegs, von rund 2000 Unterschriftenjägern ist die Rede. Montags bis freitags ist das Büro durchgehend besetzt, bis abends um acht, selbst am Samstag halten hier einige Aktive die Stellung.

Von kleinen Kriegskassen und Schulranzen mit Miesepeter-Gesicht

Der Schulstreit polarisiert die Hansestadt. Aus dem Glaubenskampf um das Gymnasium ist in Hamburg eine Materialschlacht geworden - freilich mit ungleich verteilten Mitteln: So wollten die Junggewerkschafter um Thorsten Buchinger eigentlich Masken mit dem Konterfei des Schauspielers Sky du Mont aufsetzen, der ein eifriger Unterstützer der Reformgegner ist.

Doch "Wir wollen lernen" bekam Wind von der Aktion. Die Kanzlei Graf von Westphalen, bei der Initiativensprecher und Medienanwalt Walter Scheuerl arbeitet, forderte von den Aktionisten vier Tage vor der Demo, Flugblätter und Masken mit Fotos von du Mont nicht weiterzuverbreiten. Beigelegt war eine Erklärung, mit der sich die Junggewerkschafter zur Unterlassung verpflichten sollten, "bei einer Vertragsstrafe von 10.000 Euro".

Obwohl die Reformgegner damit vor Gericht kaum durchgekommen wären, unterschrieben alle die Erklärung - "die Gerichtskosten hätten einfach unsere Kriegskasse gesprengt", so eine Junggewerkschafterin.

Auch die Stadt selbst beteiligte sich schon an der Materialschlacht um ihre Reform: Im Oktober plakatierte sie "Sechs Richtige!" (für die sechs Schuljahre) im gesamten Stadtgebiet. Mit Broschüren in mehreren Sprachen will sie alle Bürger von den Vorteilen überzeugen. Die Gegner halten stadtweit dagegen: Auf ihren Plakaten macht ein Schulranzen mit Miesepeter-Gesicht Stimmung gegen die Reform.

Im Internet fliegen die Beleidigungen tief

Fast täglich verschickt ihr Sprecher Walter Scheuerl E-Mails, seit Juni sind es mehr als hundert Botschaften. Scheuerl trägt dazu bei, dass das Hamburger Eltern-Forum im Internet zu einer Art Schlachtfeld geworden ist. So schlug er vor, eine Eule, die das Logo der gegnerische Initiative "Pro Schulreform" ist, Angelika zu nennen - "als Hommage" an eine mit vollem Namen genannte Schulleiterin, "die im Februar die Goetsch-Loyalitätsliste initiierte".

Weil er zugleich von "einer übergewichtigen Grundschulleiterin" und der "fetten Eule, die sich in ein Superman-Latex-Kostüm gezwängt hat" schrieb, war die Empörung groß. "Scheuerl go home", schrieb einer und hob damit das Niveau der Diskussion sicher nicht.

"Da macht man auch vor Täuschungen, persönlicher Diffamierung und verbalen Entgleisungen keinen Halt", klagt einer der Reformbefürworter - während ein anderer in einem Bericht über eine Schulausschuss-Sitzung den Erzfeind Scheuerl "durchgeknallt" nennt. Auch nicht gerade die feine hanseatische Art.

Zur Konfrontation gehören auch viele versteckte Scharmützel: Eine Initiative für die Reform firmiert unter gemeinsamfuer.de. Von der ähnlichen Adresse www.gemeinsam-fuer.de, also mit Bindestrich, lassen die Reformgegner hingegen zu ihrer Website umleiten - ein kleiner Erfolg im großen Stellungskrieg.

Beide Seiten bezichtigen sich der Spionage

Auch auf anderen Schauplätzen geht es rau zu. In einer Gewerkschaftszeitung vermutet ein Autor, das Bündnis der Gegner werde "ferngesteuert durch die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft und durch eine der bekanntesten und einflussreichsten Sozietäten Hamburgs".

Umgekehrt sehen die Reformgegner gleich die Demokratie in Gefahr, wenn nicht die Eltern über die weiterführende Schule bestimmen können. "Wir finden: Das ist Diktatur! Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen", heißt es kämpferisch in einer Broschüre. So gesehen wäre freilich die halbe Bundesrepublik keine Demokratie: In vielen Ländern entscheiden die Lehrer, wie es nach der Grundschule weitergeht.

Und auch Spionagevorwürfe dürfen nicht fehlen. Die Reformgegner erregen sich über eine E-Mail, in der um Teilnahme an einer Uni-Studie zur Reform gebeten wurde. Hinter der Umfrage steht ein Mitarbeiter des Landesinstituts für Lehrerbildung, das der Schulbehörde untersteht; er beteuert, dass die Datenerhebung "absolut anonym" erfolgt sei und er die Umfrage doch nur für seine Masterarbeit nutzen wolle.

Auch noch ein Nazi-Vergleich

Die Reformbefürworter wiederum klagen über heimliche Fotoaufnahmen eines Treffens, die von der Gegenseite genutzt würden. Und derselbe Paparazzo soll an einem Samstag Anfang November geschnüffelt haben, als die Reformfans mit einem Schauunterricht in der Hamburger Fußgängerzone zeigen wollten, dass heterogene Lerngruppen funktionieren. Halb verdeckt habe der Mann hinter einer Säule fotografiert. Als sie den Fotografen stellen wollten, sei er geflüchtet.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis sich einer der Beteiligten zu einem Nazi-Vergleich verstieg. Anfang Oktober schrieb dann Bündnissprecher Walter Scheuerl: Die Reformpläne hätten "eine Tradition in der NS-Pädagogik" des Erziehungswissenschaftlers Peter Petersen. Drei Tage später bat Scheuerl um Entschuldigung.

Man mag sich gar nicht vorstellen, was in der Hansestadt los ist, wenn die Reformgegner ihr Ziel erreichen: einen Volksentscheid, also ein Art Landtagswahl nur zu dem einen Thema. Bis zum 17. November sammeln sie noch und versichern, auf einem guten Weg zu sein.

Als Thorsten Buchinger an dem Oktoberabend schon samt Zigarre abgezogen ist, kehren einzelne Reformgegner in ihre Kampagnenzentrale zurück. Übermalte und nasse Masken liegen auf dem Boden, ein Plakat wurde im Eingangsbereich zertrampelt. "Was waren das denn für welche?", fragt ein Reformgegner. "Umweltschützer", ist die Antwort aus der Geschäftsstelle.

Mitarbeit: Jonas Goebel

Diesen Artikel...
Forum - Hamburger Schulreform - wer setzt sich durch?
insgesamt 323 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Antonio Garcia 20.11.2009
Zitat von sysopDie grundlegende Roform des Hamburger Schulwesens droht zu scheitern. Die Gegner sammelten genügend Unterschriften, um einen Volksentscheid durchzusetzen. Nun will Versandhaus-Unternehmer Michael Otto vermitteln. Was denken Sie - ist eine Reform überfällig? Und wenn, wie sollte sie aussehen?
Man kann nur hoffen dass Goetsch und Beus ordentlich eins vor den Bug bekommen. Galige Sozialpolitik auf Kosten der Kids ... die hamse wohl nicht mehr alle ...
2.
namlob, 20.11.2009
Zitat von sysopDie grundlegende Roform des Hamburger Schulwesens droht zu scheitern. Die Gegner sammelten genügend Unterschriften, um einen Volksentscheid durchzusetzen. Nun will Versandhaus-Unternehmer Michael Otto vermitteln. Was denken Sie - ist eine Reform überfällig? Und wenn, wie sollte sie aussehen?
Sicherlich ist eine Bildungsreform in Hamburg überfällig. Das Thema sollte aber in erster Linie die Verstärkung der Bildungsbemühungen im Kindergartensektor betreffen. Kostenfreier Kindergarten, Sprachförderung vorwiegend im Kindergarten. In der Schule vielleicht Verkleinerung der Klassenstärken und mehr Ganztagesschulen. Die Verlängerung der Grundschuldauer sollte erst zuletzt in Erwägung gezogen werden.
3.
arinari 20.11.2009
Zitat von sysopDie grundlegende Roform des Hamburger Schulwesens droht zu scheitern. Die Gegner sammelten genügend Unterschriften, um einen Volksentscheid durchzusetzen. Nun will Versandhaus-Unternehmer Michael Otto vermitteln. Was denken Sie - ist eine Reform überfällig? Und wenn, wie sollte sie aussehen?
Diese sog. Reform will das Gymnasium zerschlagen. Sie ist Wegbreiterin für das "längere Gemeinsame Lernen", das Chncengleichheit vorgaukelt. In Wahrheit isr es ein Etikettenschwindel. Dennn gemeinsames Lernen hebt nicht die Unterschiede auf, sondern vernebelt sie.Das dreigliedrige Schulsystem befindet sich dann in einer Klasse. Man kannn das Lerniveau nicht dadurch heben, indem man alle zusammenpfercht und glaubt, durch individuelle Förderung eine homogene Leistungstärke erreichen zu können. Wie soll bei mind. 20 Schülern in der Klasse der Leistungstand gehoben werden, wenn einer in 2 Min alles versteht und der andere in 2 Std. noch nicht? Wer tagtäglich vor Kindern steht und den Schulbetrieb kennt, weiß dass nur 1-2 Schüler eine ganze Klasse zerstören können. Nicht die guten heben die schlechten Scüler hoch, sondern die Schwachen senken das Niveau, da auf sie gewartet werden muß.Kein Mensch kommt auf die Idee eine Spitzenmannschaft mit einer unteren Klasse zusammmenzuwürfeln, damit alle ihre Leistungen verbessern!! Aber in der Schule soll das gelingen? Wann begreifen die Theoretiker das endlich. Wenn diese Reform durchkommt, verblödet Deutscland und wir erhalten einen mittelmäßigen Einheitsbrei....
4.
discipulus, 20.11.2009
Zitat von arinariDiese sog. Reform will das Gymnasium zerschlagen. Sie ist Wegbreiterin für das "längere Gemeinsame Lernen", das Chncengleichheit vorgaukelt. In Wahrheit isr es ein Etikettenschwindel. Dennn gemeinsames Lernen hebt nicht die Unterschiede auf, sondern vernebelt sie.Das dreigliedrige Schulsystem befindet sich dann in einer Klasse. Man kannn das Lerniveau nicht dadurch heben, indem man alle zusammenpfercht und glaubt, durch individuelle Förderung eine homogene Leistungstärke erreichen zu können. Wie soll bei mind. 20 Schülern in der Klasse der Leistungstand gehoben werden, wenn einer in 2 Min alles versteht und der andere in 2 Std. noch nicht? Wer tagtäglich vor Kindern steht und den Schulbetrieb kennt, weiß dass nur 1-2 Schüler eine ganze Klasse zerstören können. Nicht die guten heben die schlechten Scüler hoch, sondern die Schwachen senken das Niveau, da auf sie gewartet werden muß.Kein Mensch kommt auf die Idee eine Spitzenmannschaft mit einer unteren Klasse zusammmenzuwürfeln, damit alle ihre Leistungen verbessern!! Aber in der Schule soll das gelingen? Wann begreifen die Theoretiker das endlich. Wenn diese Reform durchkommt, verblödet Deutscland und wir erhalten einen mittelmäßigen Einheitsbrei....
Woher haben Sie die Schülerzahl 20 pro Klasse? Ich halte dies für Resourcenverschwendung, berücksichtigt man die exorbitanten Personalkosten! Obwohl mir Ihre Zeitangaben etwas übertrieben erscheinen, so gibt es dennoch eine Lösung: Die Lehrpläne müssen so angepasst werden, dass jeder Schüler die Aufgaben in zwei Minuten löst. No child left behind, Abitur für Alle!
5.
duschinabuschi, 20.11.2009
Zitat von discipulusWoher haben Sie die Schülerzahl 20 pro Klasse? Ich halte dies für Resourcenverschwendung, berücksichtigt man die exorbitanten Personalkosten! Obwohl mir Ihre Zeitangaben etwas übertrieben erscheinen, so gibt es dennoch eine Lösung: Die Lehrpläne müssen so angepasst werden, dass jeder Schüler die Aufgaben in zwei Minuten löst. No child left behind, Abitur für Alle!
Hat er das nicht gerade gesagt? = Wenn die Aufgaben so sind, das jeder sie in zwei Minuten lösen kann, was werden die dann wohl für ein Niveau haben?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
Schulstreit in Hamburg: Die Köpfe und die Konzepte

Schulreform in Hamburg
Schwarz-grünes Mammutprojekt
Die Hamburger Schulreform ist ein Kompromiss aus zwei Modellen: Auf der einen Seite die CDU mit der Forderung nach dem Erhalt der Gymnasien, auf der anderen Seite die Grünen mit ihrem Ideal der Gemeinschaftsschule für alle. Wird das Koalitionsmodell umgesetzt, bleibt keine Schulform wie bisher.
Primarschulen
In den neuen Primarschulen sollen Schüler künftig sechs statt nur vier Jahre lang gemeinsam lernen (sieben Jahre, wenn man die Vorschule einrechnet). Ab der vierten Klasse unterrichten auch Lehrer aus weiterführenden Schulen, zum Teil auch in Räumen dieser Schulen, weil die bisherigen Grundschulgebäude nicht ausreichen. Um die Schüler möglichst individuell fördern zu können, sollen die Klassen höchstens 25, in sozialen Brennpunkten höchstens 20 Schüler umfassen.
Übergang nach der Primarschule
Nach der derzeitigen Fassung der Reform soll nach der Primarschule allein die Zeugniskonferenz entscheiden, welcher Schüler nach der sechsten Klasse welche weiterführende Schule besucht. Die Eltern haben auf die Entscheidung keinen Einfluss. Das wird allerdings aller Voraussicht nach geändert: Eltern sollen ein Vetorecht haben, Kinder ohne Empfehlung können ein Jahr das Gymnasium besuchen. Reichen die Leistungen nicht, müssen sie auf die Stadtteilschule wechseln.
Zeugnisse
In den Zeugnissen sollen künftig nicht nur Fachnoten, sondern auch Kompetenzen der Schüler stehen. Dafür werden vor allem Gymnasiallehrer in Diagnostik fortgebildet.
Abschaffung der Hauptschule
Räumlich getrennte Hauptschulen gab es in Hamburg ohnehin nicht mehr. Bisher wurden Schüler nach der Beobachtungsstufe (Klassen 5 und 6) in Real- und Hauptschulklassen getrennt. Künftig werden sie bis zur 9. bzw. 10. Klasse gemeinsam unterrichtet. Bereits in diesem Schuljahr wurden keine neuen 7. Hauptschulklassen mehr eingerichtet.
Stadtteilschulen
Die Einrichtung von Stadtteilschulen hatte die damalige CDU-Alleinregierung bereits 2007 beschlossen. Dort sollen jetzt Haupt-, Real-, und Gymnasialschüler bis zum jeweiligen Abschluss gemeinsam lernen - eine Art Gesamtschule, die aber nicht so heißt. Das Abitur können sie nach Klasse 12 oder 13 ablegen; an den Gymnasien, die erhalten bleiben, ist dagegen nach 12 Jahren Schluss. Wie die Primarschulen sollen die Stadtteilschulen 2010 starten.
Schulregionen
Hamburg wurde in 22 Schulregionen unterteilt. Bis Mai 2009 fanden in jeder Region Konferenzen statt. Dabei berieten Vertreter der staatlichen Schulen, der Lehrer, Eltern und Schüler sowie der Bezirksämter über die künftigen Standorte aller Schulen. Ein Großteil der Empfehlungen nahm Senatorin Christa Goetsch in ihrem Entwurf für einen Schulentwicklungsplan auf.
Initiative "Wir wollen lernen"
Gemeinsames Lernen bis Klasse sechs? Das geht der Initiative "Wir wollen lernen" zu weit. Sie will das Gymnasium ab Klasse vier vor den Koalitionsplänen und der Gegeninitiative "Eine Schule für alle" retten. Der Rechtsanwalt Walter Scheuerl hat "Wir wollen lernen" gegründet, unterstützt wird die Initiative vom Deutschen Lehrerverband und dem Deutschen Philologenverband. Der Volksentscheid kann frühestens im Sommer 2010 durchgeführt werden - kurz vor dem geplanten Start der Primar- und Stadtteilschulen.


Social Networks