Zehn Jahre Pisa: Die Bildungsschocker

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Die erste Pisa-Studie schockierte Deutschland, dabei begann für die Schüler alles eher als Spaß: zwei Tage schulfrei, keine Noten, kein Druck. Im SchulSPIEGEL erzählen Pisa-Veteranen aus drei Schülergenerationen, wie sie den Test erlebten - und welchen Spott sie ertragen mussten.

Als die OECD vor mehr als zehn Jahren die ersten Schüler zum Test zitiert hat, war Pisa nur eine Stadt in Italien. Heute steht Pisa für ein Bildungsdesaster, über das Lehrer, Studenten, Professoren und Politiker in Deutschland immer noch diskutieren.

Dabei begann das, was für viele in der Katastrophe endete, für die Schüler zunächst eher als Spaß, als nette Ablenkung vom tristen Alltag. Cool, zwei Tage keine Schule, dachten manche, als sie von ihren Lehrern erfuhren, dass sie Aufgaben lösen sollten. Pisa sagte ihnen nichts, unter OECD konnten sie sich nichts vorstellen, über Schulen dachten sie nicht nach, sondern gingen einfach jeden Morgen hin.

Die Pisa-Prüflinge von damals verschwanden in einer gesichtslosen Masse. Ihre Namen wurden zu Nummern, die zugesicherte Anonymität wurde gewahrt, nur das Ergebnis zählte.

Im SchulSPIEGEL erzählen Schüler aus drei Pisa-Generationen, wie sie den Test erlebt haben. Eine schrieb im Jahr 2000 mit, einer im Jahr 2003 und eine im Jahr 2006 - ihre Erinnerungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Lesen Sie hier weiter, indem Sie auf Fotos oder Überschriften klicken...

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1. Tant de bruit
AKI CHIBA 02.12.2011
Zitat von sysopDie erste Pisa-Studie schockierte Deutschland, dabei begann*für die Schüler alles eher als Spaß:*zwei Tage schulfrei, keine Noten, kein Druck.*Im SchulSPIEGEL erzählen Pisa-Veteranen aus drei Schüler-Generationen, wie sie den Test erlebten -*und welchen Spott sie ertragen mussten. http://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,800423,00.html
Habe Lehrersleute in Japan, Korea, Frankreich und kürzlich Schweden nach PISA gefragt: Einige wussten, dass Pisa in Italien liegt. Mehr nicht. Seit 10 Jahren macht sich damit eine selbsternannte Expertenclique wichtig und kassiert ab.
2. Nicht ernst genommen
Meckermann 02.12.2011
Ich vermutre sehr stark, dass die meisten Schüler den Test nicht weiter ernst genommen und entsprechend wenig Leistung an den Tag gelegt haben. Ich hatte immer gute Noten aber für nicht Zeugnisrelevante Klausuren hätte ich sicher keinen Finger krumm gemacht.
3. PISA für Lehrer
Reqonquista 02.12.2011
Man sollte mal die Lehrer einem PISA Test unterziehen. Die Lernmethoden sind tw. aus dem vorletzen Jahrhundert. Man muß die Schüler nur schön zwiebeln und hart rannehmen, dann führt diese Auslese schon zu einer guten Schülerschaft. Die Eltern müssen nachmittags die Defizite des Unterrichts ausgleichen und der Lehrer hat dann das Gefühl, dass er einen Super Unterricht macht, weil er sich die Lernerfolge zuschreibt. Lehrer sind überbezahlte Dienstleister und sollten diese Rolle endlich mal annehmen. Die Privilegien gehörten abgeschafft. Man strebt sich auch immer gegen Vergleichsarbeiten, weil die den Lehrer vor den Kollegen bloßstellen könnte. Und wenn die Arbeit mal schlecht ausfällt, wird einfach das gesammte Notenspektrum hochgezogen. Sonst würde der Schulleiter vielleicht stutzig werden. Alter Trick! Bitte mehr PISA und Lehrerkontrolle!
4. Oho
herecomesthebut 02.12.2011
Sowas wahnsinnig interessantes. Fakt 1: Die blöden Ossis haben getuschelt, alle disqualifizieren! Fakt 2: Wer will sowas wissen?
5. .
yomow 02.12.2011
Ich möchte auch kurz von meinen Erfahrungen erzählen: Ich habe die Pisa Studie 2003 an einem Gymnasium in Bremen mitgeschrieben. Als vermeintlich "dümmstes" Bundesland hatte das natürlich eine besondere Brisanz. Wir wussten alle, was der Pisa-Test ist, schließlich waren wir letzter beim 1. Test und wollten es besser machen. Es gab in diesem Test aber andere Schwerpunkte. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber es war glaube ich Mathe und Physik/Naturwissenschaften. Leseverständnis wurde aber auch geprüft. Ich weiß allerdings auch von einigen Mitschülern, denen das ganze ziemlich am Arsch vorbei ging. Die Gründe dafür dürften unterschiedlich gewesen sein. Es wurde nicht benotet, es gab somit keinen Druck. Vielleicht war es aber auch nur die rebellische Haltung von einigen pubertierenden Jungendlichen und insgeheim haben sie doch alles gegeben. Genau weiß ich das nicht. Meine Mitschüler sind aber ansonsten alle sehr selbstbewusst an den Test gegangen. Wir wussten, dass wir nicht die blödesten Schüler der Nation sind. Unser Gymnasium zählte damals tatsächlich mit zu den Besten in Bremen. Der Test hat einige Stunden gedauert, es gab ziemlich exakte Regeln und es wurde sich von den Lehrern und Schülern sehr genau dran gehalten: 20 Minuten für Abschnitt A, 15 für Abschnitt B usw. Blatt umdrehen auf Kommando, Stifte absetzen auf Kommando. Ich persönlich fand den Test relativ einfach. Deutlich einfacher als jede Klassenarbeit. Die Aufgaben waren völlig anders. Es ging nicht darum stumpf Mathe Aufgaben zu lösen oder Gedichte zu analysieren. Es war alles sehr logisch und "greifbar". Es geht bei den Pisa Tests wohl auch immer um Realitätsnähe und Anwendung in der Praxis. Das Problem für mich war einzig und allein der Zeitdruck. Ich weiß noch, dass ich damit öfters zu kämpfen hatte und auch das ein oder andere Mal zurückgeblättert habe, obwohl wir das nicht durften. Wir haben auch nie die Noten bekommen. Ich weiß nicht, ob die Schule eine Auswertung bekommen hat. Eine Lehrerin sagte uns mal, dass wir überdurchschnittlich abgeschnitten hätten, aber vielleicht spielt mir da mein Gedächtnis auch einen Streich und es handelte sich um etwas anderes. Wenn ich schätzen müsste, welche Note ich bekommen hätte, dann würde ich vermutlich 2+ sagen. Die erneuten schlechten Ergebnisse machten 1 Jahr später die Runde. Uns hat es schon geärgert. Wir waren damals überzeugt, dass es an den Hauptschulen und Problemvierteln lag, die uns reingerissen haben. Für jeden Gymnasiasten in Deutschland ist dieser Test ziemlich einfach, da bin ich mir sicher.
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Pisa - Wer? Wie? Was?
Die Teilnehmer
Im Frühsommer 2000 nahmen in 32 Staaten jeweils 4500 bis 10.000 15-Jährige am Pisa-Test teil. In Deutschland waren es 5000 Schüler an 219 Schulen. Es folgten weitere Pisa-Studien in den Jahren 2003, 2006 und 2009.
Die Auswahl
Schulen und Schüler wurden in einem Zufallsverfahren ausgewählt. Die Teilnahme war freiwillig.
Der Test
Zwischen Mai und Juni 2000 wurden die Schüler an zwei Tagen getestet. Die Tests dauerten insgesamt etwa drei Stunden. Dabei mussten die Schüler auch Fragen beispielsweise zur Herkunft sowie zu Lesegewohnheiten beantworten.
Die Schwerpunkte
In jedem Pisa-Zyklus untersucht die OECD drei Bereiche: Lesekompetenz, mathematische sowie naturwissenschaftliche Grundbildung - mit jeweils wechselndem Schwerpunkt.

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