Tiefensee greift durch: Sollte die Freigabe der Raststätten als Überholspur scheitern, will der Verkehrsminister zur Beschleunigung des Verkehrs durchsetzen, dass alle Autobahnen bergab führen, Anstiege (r.) müssten "in geeignetes Terrain" verlegt werden
So will der gebeutelte Verkehrsminister (SPD, ca. 56 J.) die aufbegehrende Speditionsbranche für seine Anti-Staupläne (Fahren auf der Standspur, Überholverbot für LKW) gewinnen. "Viele Raststätten wollen sogar extra eine Spur für durchdüsende Brummis freigeben. Damit der Überholvorgang trotz der längeren Strecke dann auch zu schaffen ist", erklärte der Minister sein revolutionäres Modell.
Zudem werde auch das unsinnige Verbot, die rechte Leitplanke zu durchbrechen und auf dem angrenzenden Untergrund an lahmen alten Gurken vorbeizubrettern, gelockert. "Der Grundgedanke meines Konzepts ist: Wir verschwenden derzeit zu viel Autobahn-Platz in der Breite. Das können wir uns nicht mehr leisten!"
Deshalb soll es auch für PKW-Fahrer neue Freiheiten geben: zum Beispiel das Überholen auf zwei Reifen innerhalb einer Spur, aber nur zu bestimmten Zeiten (geplant ist von 9.15 bis 11.35 Uhr). Optimal für die Umwelt sei: Standspur plus angrenzender Untergrund: LKW; rechte Spur: Fahrzeuge aller Art; mittlere Spur: deutsche Hersteller ab 200 PS; linke Spur: Minister, deren Angehörige "und vielleicht noch Carmen Nebel".
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