Korruption Sachsen räumt auf

Um die leidige Affäre - Amtsmissbrauch, Kinderprostitution, Bandenkriminalität, Geldwäsche, zwei Morde und ein Mordversuch -, in die höchste Kreise verstrickt sein sollen, endlich aus der Welt zu schaffen, haben die Behörden mit intensiven Aufräumarbeiten begonnen.


So wurden beim Verfassungsschutz 40 Aktenordner mit brisantem Inhalt vernichtet. Der sächsische Innenminister Buttolo, dem die Verfassungsschützer unterstehen, sprach von einem "internen Missverständnis" und von "menschlichem Versagen aufgrund von Fehlinterpretationen".

Misstrauen gegenüber dieser Begründung wäre fehl am Platz, da gerade bei mündlichen Mitteilungen Irritationen durchaus denkbar sind. Dies wird auch durch Aussagen von Beamten des Verfassungsschutzes erhärtet.

So gibt es zu Buttolos ursprünglicher Anweisung - "Alles schreddern!" - unterschiedliche Versionen. Drei Zeugen bestätigen zwar übereinstimmend, dass von "schreddern" die Rede war, widersprechen sich aber, was geschreddert werden sollte. Sie zitierten den Minister mit "40 Ordner", "wenigstens die schlimmsten Sachen" und "alles mit B".



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