Frauen aufgepasst! Die grapschfreien Zonen kommen

In ganz Deutschland werden derzeit grapschfreie Zonen eingerichtet.


Hier bitte nicht: Dieses Schild weist interessierte Po-Grapscher darauf hin, dass sie sich gerade in einer geschützten Zone für Frauen befinden.
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Hier bitte nicht: Dieses Schild weist interessierte Po-Grapscher darauf hin, dass sie sich gerade in einer geschützten Zone für Frauen befinden.

In den gekennzeichneten Bereichen dürfen Frauen prinzipiell nicht begrapscht werden. Dort sollen sie sich nach Herzenslust körperlich und seelisch erholen können, unter anderem von dem Aufenthalt in anderen nicht grapschreglementierten Orten.

Diese werden zudem eingeschränkt: Schon bald soll ein Zehntel der Busse und Straßenbahnen in Deutschland mit einem entsprechenden Frauen-Schutz-Sticker ausgezeichnet sein. Die Deutsche Bahn wollte ursprünglich ihre Ruhezonen zusätzlich als grapschfreie Zonen auszeichnen, zog den Plan aber nach Protesten ruhebedürftiger Grapscher zurück. In Zukunft bietet sie grapschfreie Waggons mit und ohne Handynutzung an. Auf den Bahnsteigen werden sich die entsprechenden Schutzzonen für Frauen mit den Raucherzonen überlappen, weil es durchaus rauchende Frauen gebe, die nicht sexuell belästigt werden wollten. Auch geschützte Grünanlagen sollen künftig mindestens elf Prozent ihrer Fläche als Gebiete auszeichnen, in denen Frauen besonders geschützt sind.

Nach den massiven sexuellen Übergriffen in der Silvesternacht, so ein Sprecher des Bundesjustizminsteriums, waren diese Maßnahmen dringend notwendig geworden. Einige Frauen hätten sich schon echt niedliche Anti-Grapsch-Sticker auf ihre Kleider gepappt. Aber das sei natürlich nicht bindend, da sie kein Hausrecht für ihre eigenen Körper reklamieren könnten. Denn: "Liebe Frauen, auch ein Frauenkörper ist kein Haus!"

Grundsätzlich spreche aus juristischer Sicht nach wie vor nichts gegen gelegentliches Po- oder Busengrapschen, solange es nicht als Beleidigung, sondern als Kompliment gemeint sei. Selbst die derzeit diskutierte Verschärfung des Sexualstrafrechts sehe das so. Menschlich verständlich sei aber, dass einigen Frauen die Komplimente manchmal zu viel würden. Langfristig komme man wohl nicht darum herum, eine Grapsch-Obergrenze pro Tag festzulegen. Um hier eine genaue Zahl zu eruieren, sei soeben eine Studie in Auftrag gegeben worden. Probandinnen werden noch gesucht.



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