01.10.2013 12:57
Regierungsbildung
Gauck hilft
Bundespräsident Gauck hat die Parteispitzen zu Einzelgesprächen eingeladen. In den schweren Jahren der Regierungsbildung scheint eine psychotherapeutische Betreuung unabwendbar.
Gauck ist zwar kein ausgebildeter Psychotherapeut, hat aber ziemlich viele Psychologiebücher gelesen, wie er in seiner jetzt erscheinenden Biografie berichtet. Aus psychologischer Sicht, so Gauck, sei es wichtig, dass alle Betroffenen jetzt lernen, loszulassen. Ob die Regierung nun im Januar 2015, wie Andrea Nahles gestern verkündet habe, oder erst 2016 bzw. 2017 gebildet werde, "ist nicht so entscheidend, wie viele in unserer hektischen Zeit heute glauben". Gauck hat im Schloss Bellevue extra ein gemütliches Behandlungszimmer eingerichtet. "Natürlich steht da eine Couch, aber auch mehrere bequeme Sessel und viele Beistelltischchen aus Rosenholz - mit Kleenextücher-Packungen drauf. Falls was hochkommt!", erklärte Gauck mit ebenso ernstem wie mitfühlendem Gesichtsausdruck. Er werde vor allem die Themen "Amtsbürde", "Amtsmüdigkeit" und "Freiheitsdrang" bearbeiten. Die Wurzeln der Probleme lägen natürlich oft weit zurück in der Kindheit. Das brauche etwas Zeit zur Aufarbeitung. Angela Merkel hat ihre erste Sitzung bereits hinter sich. "Es lief ganz gut", erklärte die Kanzlerin. Sie glaube, dass der Bundespräsident sich bereits etwas besser fühle.
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
Fotostrecken
Facebook
Ihr SPAM
Buchtipp

Martin Sonneborn:
Ich will auch mal Kanzler werden...
999 Fotowitze aus der Berliner Republik.Kiepenheuer & Witsch GmbH; 144 Seiten; 9,95 Euro.
- Einfach und bequem: Direkt im SPIEGEL-Shop bestellen.
- Sehen Sie hier die Animation zum Buch.
Fotowitze
Cartoons
Alle Videos
Impressum







