Nach einstweiliger Verfügung Uber plant UberGOV

Taxi-Konkurrent Uber will ins Gesetzgebungssharing einsteigen.


UberMONEY, der Vermittlungsdienst für privat gedruckte Banknoten, ist ebenfalls in Vorbereitung.
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UberMONEY, der Vermittlungsdienst für privat gedruckte Banknoten, ist ebenfalls in Vorbereitung.

"Die Wahlmöglichkeit der Bevölkerung einzuschränken, war noch nie eine gute Idee", schreibt Julana im Uber-Blog. Deshalb wird das bislang nur als Privat-Taxi-Vermittlung bekannte Unternehmen früher als geplant den neuen Bereich UberGOV eröffnen. "UberGov revolutioniert die Art, wie wir Gesetze machen. UberGov verbindet durch seine Apps Gesetzgeber und Gesetznutznießer, erweitert das Angebot für alle und eröffnet Gesetzgebern neue Geschäftsmodelle", heißt es auf der noch nicht live geschalteten Website. UberGov funktioniert im Prinzip ganz genauso wie Uber ohne GOV. Jeder, der volljährig ist, schreiben kann und einen Computer besitzt, kann auf UberGOV seine Gesetze vermieten.

Firmengründer Travis Kalanick erläutert es euphorisch anhand eines Beispiels: "Einer meiner Mitarbeiter will morgen frei haben, also mietet er - falls auf UberGOV vorhanden - das Gesetz 'Morgen ist Feiertag'. Und schon kann er sich einen schönen Tag machen. Aber natürlich nur, solange ich nicht ebenfalls auf UberGOV ein Gesetz miete, nach welchem an Feiertagen üblicherweise rund um die Uhr gearbeitet wird", erklärt Kalanick innovativ grinsend. Sei der Mitarbeiter schlau, suche er dann natürlich nach einem weiteren Gesetz und so weiter und so fort. Im Laufe der Zeit entstehe so ein großartiges von Usern geschriebenes und bewertetes Gesetzbuch, so Kalanick mit revolutionärer Stimme. "Es ist toll. Erst gestern habe ich persönlich was gemietet, nämlich das Gesetz 'Innovative und revolutionäre Firmen dürfen sich niemals von popeligen Gerichten von ihren innovativen und revolutionären Geschäften abhalten lassen'. Deshalb können wir diese einstweilige Verfügung gegen unsere Privat-Taxi-Vermittlung derzeit auch leider nicht berücksichtigen." Allerdings sei er äußerst gespannt, was sich die deutschen Gerichte im Gegenzug jetzt bei ihm mieteten. Als Vermittlungsgebühr für Gesetze nimmt Kalanick 20 Prozent des Mietpreises.



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