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Von wegen geheime TTIP/C-Protokolle

83 Abgeordnete betrogen!

Seit letzter Woche haben 83 Abgeordnete an Hochsicherheitscomputern angeblich streng geheime TTIP-Dokumente eingesehen.

Erfrischt vom Schmökern in der Windows-Endbenutzer-Lizenzvereinbarung: Sigmar Gabriel beim Verlassen des TTIP-Leseraums. Zur Großansicht
DPA

Erfrischt vom Schmökern in der Windows-Endbenutzer-Lizenzvereinbarung: Sigmar Gabriel beim Verlassen des TTIP-Leseraums.

Jetzt kam raus: Statt geheimer TTIP-Protokolle studierten die ahnungslosen Politiker tatsächlich eine Endbenutzer-Lizenzvereinbarung für Windows 10. Jetzt fragt sich natürlich:

Warum flog das erst nach einer Woche auf?

"Wundersam ist, dass es überhaupt bekannt wurde", so der anonyme Whistleblower. Denn die Abgeordneten durften die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung weder kopieren noch fotografieren oder sich gar handschriftliche Notizen machen. Auch durften sie mit niemandem darüber sprechen, nicht mal mit sich selbst. Darüber nachzudenken war ihnen ebenfalls verboten. Aufgefallen sei aber, dass seit Eröffnung des Leseraums immer mehr Abgeordnete Begriffe benutzten, die extra für die Windows-Lizenzvereinbarung erfunden worden waren und außerhalb dieser gar keinen Sinn machen, z. B. TTP/C-Erweiterungsprotokoll.

Wie konnten die Dokumente überhaupt verwechselt werden?

Der verantwortliche Techniker weist jede Schuld von sich. "Mit verbundenen Augen musste ich die Rechner einrichten", klagt er. Weil er ja die Texte nicht habe angucken dürfen.

Was sagen die betrogenen Abgeordneten dazu?

"Naja, das ist natürlich schon nicht so super." Aber das Lesegefühl sei trotzdem einzigartig gewesen. "Du sitzt da, schaust auf diese Endbenutzer-Lizenzvereinbarung und weißt: Es ist wichtig, sehr wichtig! Aber du kapierst rein gar nichts von dem, was du da demnächst abnicken wirst. Ein unglaublich intensives Erlebnis!" Dass dieses durch das Lesen der echten TTIP-Dokumente, die ja genauso unverständlich sein sollen, getoppt würde, glauben die wenigstens. "Also ich geh nicht noch mal hin." Zudem gehe das Gerücht um, das die Windows-10-Lizenzvereinbarung und die TTIP-Dokumente im Grunde sowieso identisch seien.

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