Flüchtlingsaktion Wir helfen "Bild"!

Kai Diekmann ist erschüttert: Der Flüchtlingsaktion "Wir helfen BILD" schlägt blanker Hass entgegen.


Nicht so gemein wie Fußballclubs: Politiker! Viele unterstützen die Hilfsaktion. (Weil der "Bild"-Schriftzug auf dem Aktionslogo in ganz kleiner Minischrift gesetzt ist - aus Gründen der Bescheidenheit -, wird der Aktionsslogan in der Presse oftmals fälscherlicherweise zu "Wir helfen" verkürzt.)
DPA

Nicht so gemein wie Fußballclubs: Politiker! Viele unterstützen die Hilfsaktion. (Weil der "Bild"-Schriftzug auf dem Aktionslogo in ganz kleiner Minischrift gesetzt ist - aus Gründen der Bescheidenheit -, wird der Aktionsslogan in der Presse oftmals fälscherlicherweise zu "Wir helfen" verkürzt.)

Der "Bild"-Chef kann es immer noch nicht fassen: "Was bitte soll schlecht daran sein, wenn Flüchtlinge sich mal nicht in die soziale Hängematte legen, sondern gemeinsam einem notleidenden Presseorgan wie der 'Bild' helfen?" Dass sich mittlerweile fünf fremdenfeindliche Fußballclubs weigern, die Flüchtlingsaktion "Wir helfen BILD" zu unterstützen, sei "beschämend für Deutschland", so Diekmann eine Träne wegdrückend.

Aber davon lasse sich ein Diekmann nicht unterkriegen. Soeben habe er eine Million T-Shirts mit dem Aktionslogo vorne drauf geordert. "Diese werde ich persönlich über Flüchtlingslagern in der Türkei sowie den einschlägigen Fluchtrouten abwerfen." Auch mit den wichtigsten Schlepperorganisationen sei die "Bild" in Kontakt. "Und jetzt stellen Sie sich mal die Nachrichtenbilder vor: Eine Million Flüchtlinge machen sich mit 'Wir helfen BILD'-T-Shirts bekleidet auf ihren langen gefährlichen Weg. Was für ein großartiges Signal der Hilfsbereitschaft!", so Diekmann, nebenbei noch schnell eine Hasstirade gegen den FC St. Pauli twitternd.

"Und dann erst die Berichte, was diese Menschen alles auf sich genommen haben, nur um UNS zu helfen!" Als kleines Dankeschön erhalte jeder Flüchtling, der mit einem Aktions-T-Shirt bekleidet in Deutschland eintreffe, ein zweiwöchiges kostenloses Probeabo für den Online-BILDplus-Autritt (mit tollen Fotos, auch von nackten Frauen)*.

* Nach Ablauf der zweitägigen Kündigungsfrist wandelt sich das Probeabo automatisch in einen kostenpflichtigen Jahresvertrag sowie einen honorarfreien Austrägerjob bei der "Bild"-Zeitung um.



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