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25. April 2016, 10:31 Uhr

Entlastung für Arbeitnehmer

Wirtschaft will Wochenenden abschaffen

In der Debatte um die widernatürliche Freizeithinterziehung am 1. Mai 2016 deutet sich ein tragfähiger Kompromiss an.

Der Tag der Arbeit fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Ein schreiendes Unrecht. Deshalb haben Politiker von SPD, Linken und Grünen angeregt , Arbeitnehmer den ihnen entgangenen arbeitsfreien Tag nachträglich zu erstatten.

Die Wirtschaft reagiert überraschend positiv. In einer gemeinsamen Erklärung mehrerer Unternehmensverbände heißt es: "Es darf nicht sein, dass gesetzliche Feiertage an Tagen begangen werden, die für die meisten Menschen ohnehin arbeitsfrei sind. Deshalb plädieren wir dafür, die reguläre Sonnabends- und Sonntagsarbeit endlich für alle einzuführen."

Alternativ, so heißt es in dem Papier weiter, sei man bereit, bei der Fünf-Tage-Woche zu bleiben: Dann müsste der Gesetzgeber allerdings sämtliche Wochenenden aus dem Kalender streichen, so dass auf jeden Freitag gleich wieder ein Montag folgt: "Dadurch wäre gewährleistet, dass der 1. Mai und 3. Oktober für unsere fleißigen Arbeiter und Angestellten wirklich in jedem Jahr etwas ganz Besonderes sind."

Selbstverständlich war das Thema auch beim soeben beendeten FDP-Parteitag im Gespräch. Ein Delegierter gegenüber SPAM: "Die Wirtschaft weiß, was gut für uns alle ist. Auch Oster- und Pfingstsonntag kann man doch nur richtig feiern, wenn man eigentlich hätte arbeiten müssen."

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