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09. Januar 2013, 12:36 Uhr

Airport des Grauens

"Ich weiß, wo du 2034 nicht starten wirst"

Der Technikchef des sogenannten Berliner Großfluchhafens hat die dortigen Probleme in einem Interview als "heftig, sehr heftig" bezeichnet, als "so gravierend, fast grauenhaft".

Dann versagte ihm die Stimme. SPAM kennt trotzdem die Details:

Poltergeist

Die BER-Startbahn befindet sich (Schallschutz!) vollständig in einem Tunnel. Dessen Konstruktion wurde zwar exakt so ausgeführt wie von Klaus Wowereit und Matthias Platzeck geplant. Doch das Problem ist: Da unten spukt es! Auskenner behaupten, dort gehe der Geist von Willy Brandt um und bereite eine Klage wegen Rufschädigung vor. Bis nicht alles amtlich gespensterfrei ist, startet von dort jedenfalls kein Flugzeug.

Psycho


Als Bauarbeiter vor einigen Monaten die Deckenverkleidung an Gate 13 entfernten, bot sich ihnen ein gruseliger Anblick: Die Brandschutzvorrichtungen waren an dieser Stelle vollständig und vorschriftsmäßig installiert. Sie hätten also jederzeit funktionieren und einen mordsmäßigen Radau auslösen können. Die Arbeiter verließen das Terminal natürlich fluchtartig und weigerten sich fortan, dieses unheimliche Areal jemals wieder zu betreten. Seitdem herrscht Stillstand am Airport.

Zombieland


Wenn die Rolltreppen zu kurz sind, dann gilt für die Gepäcktransportbänder das Gegenteil: Sie münden nicht etwa in Kofferkarussells, sondern verlassen das Flughafengelände in Richtung Stadtmitte. Der schreckliche Verdacht: Die Habe der Passagiere fließt in irgendein Berliner Haushaltsloch.

Pans Labyrinth


Ein neuerlicher, besonders schauriger Auswuchs hauptstädtischer Überfremdungsangst? - Am Ankunftsterminal gibt es separate Abfertigungspassagen für "EU-Staatsbürger", "Non-EU-Citizens" und "Schwaben". Wo der dritte Ausgang hinführt, das möchte man sich gar nicht vorstellen - eventuell sogar zu Wolfgang Thierse nach Hause.

Die Nacht der lebenden Toten


Auf der Baustelle kommt es gelegentlich zu Treffen einer obskuren Vereinigung namens "Aufsichtsrat", die dort schamanische Zeremonien und Beschwörungsrituale vollführt. Experten zufolge ist dieses Gremium massiv "von Politikern und anderen Dilettanten besessen". BER brauche deshalb erst einmal keinen neuen Geschäftsführer, sondern einen Exorzisten.

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