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05. Januar 2015, 12:55 Uhr

Der optimistische Kommentar

Deutschland kurz vor der Tollbeschäftigung

Es gibt großartige Neuigkeiten für alle Freunde des geregelten Tagwerks und sinnstiftenden Arbeitsverhältnisses.

2014 waren durchschnittlich 42,6 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Damit ist die Bevölkerungsbeschäftigung im achten Jahr nacheinander gestiegen - auf einen Rekordwert.

Das ist nicht nur trockene Bundesamtsstatistik, nein, diese Daten sind für einen nicht geringen Teil der Bürger alltäglich erlebbar.

Denn der stetig wachsende Volkswohlstand manifestiert sich gottlob nicht mehr nur in der Zahl von Drittwagen, Fernreisen und Golfplätzen. Nein, inzwischen leben immer mehr Menschen in ökonomischen Verhältnissen, die es ihnen erlauben, sogar mehrere Arbeitsplätze zu haben, etwa einen für tagsüber, einen für abends und einen fürs Wochenende.

Weil Politik und Wirtschaft im vergangenen Jahrzehnt die richtigen Anreize setzten, entstanden - ohne dass es einen Cent zusätzlich gekostet hätte - aus einer einzigen Vollzeitstelle viele frische Arbeitsplätzchen.

Der eben eingeführte maximale Mindestlohn setzt jedoch ein falsches Signal, denn er verleitet die von ihm betroffenen Menschen zu Müßiggang und Völlerei.

Weit zielführender wirkt da die von Gerhard Schröder und Carsten Maschmeyer eingeleitete Umstellung des umlagefinanzierten Rentensystems auf eine renditegestützte private Altersvorsorge. Langfristig dürfte sich dadurch die Erwerbsneigung von Senioren erhöhen. Ja, sogar über 80-Jährige könnten deshalb auf den Arbeitsmarkt zurückkehren wollen.

Sollte Deutschland diesen Weg weiterhin so entschlossen beschreiten, ist es vielleicht sogar möglich, dass die Zahl der Arbeitsverhältnisse dereinst zehn Mal so hoch ist wie die der Einwohner. Noch klingt das wie ein Traum. Aber wenn alle ihren Beitrag leisten, ist es zu schaffen, dieses größte aller Jobwunder.

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