Forschung aktuell
Der Fluch der Acryl-Mumie
Es ist die Wissenschaftssensation des Jahres. Indiana Jones, der alte Grabräuber, würde platzen vor Neid:
Präparatoren optimistisch: Durch schon zu Lebzeiten eingebaute Kunststoffanteile könnte die spätere Mumifizierung erheblich vereinfacht werden
Archäologen vermuten einen Zusammenhang zu den jüngst in der Cheopspyramide freigelegten Keilschriftzeichen L E G O. In deren Nähe war eine Papyrusrolle voller Hieroglyphen entdeckt worden, sinngemäß übersetzt: "System-Bausatz 5988 - Der Schatz des Pharaonentempels". Ein Ausgrabungsteilnehmer: "Wir haben nun eine Ahnung, wie die alten Ägypter ihre Weltwunder errichtet haben könnten. Ein Rätsel bleibt aber die Finanzierung des sündhaft teuren Baumaterials."
Die Forscher müssen aber auch eine Enttäuschung verkraften: Die bei Aufräumarbeiten im Deutschen Bundestag gefundenen, aufwendig eingewickelten und gepolsterten Leiber sind in Wirklichkeit gar keine Mumien, sondern nur profane Neuzeit-Abgeordnete aus der 17. Wahlperiode. Dank der Radiokohlenstoffmethode konnte ihr Alter auf "eine Plenarsitzung Mitte, Ende 2010" datiert werden. Bei dem organischen Material handelt es sich angeblich um Reste des Realo-Flügels der FDP.
Noch keine gesicherte Interpretation haben die Wissenschaftler für einen McDonald's-Hamburger, der einer spektralgastronomischen Analyse zufolge nicht aus Plastik, sondern Rindfleisch besteht: "Dieses Ergebnis widerspricht all unseren empirischen Erfahrungen. Es ist nur dadurch zu erklären, dass das Produkt möglicherweise 2000 Jahre alt ist."
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