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Philosophie im Alltag

Kein Fußbreit den Handballern!

Kennen Sie das, wenn einem das passende Schimpfwort fehlt, gerade jetzt, im immer sachlicheren Diskurs mit Willkommenskulturbanausen?

Widerlich! Bilder wie dieses möchten wir nie wieder sehen! Zur Großansicht
DPA

Widerlich! Bilder wie dieses möchten wir nie wieder sehen!

Begriffe wie Fremdenfeind, Hetzer, Rassist, Nazi oder Pegidafaschist sind leider manchmal zu lasch und ohnehin schon ein bisschen abgeschubbert. Für solche Fälle gibt es jetzt eine wirkungsmächtige Neuerscheinung auf dem Injurierenmarkt:

"Du Handballer!"

Der Philosoph Wolfram Eilenberger hat in seiner Kolumne auf "Zeit Online" überzeugend herausgearbeitet, dass Handball eine parkettgestützte Eskalationsstufe der "Alternative für Deutschland" ist. Eilenbergers Studie zufolge ist dieser sogenannte Sport besonders "urwüchsig" "herkunftsstark" und "blutnah". Die völkische Leibesübung steht für "Provinz" und "eine selig verklärte, deutsche Reihenhausvergangenheit der achtziger Jahre". Merke: "Wenn Fußball Merkel ist, ist Handball Petry."

Eilenbergers Forschungen ergeben weiterhin, dass das deutsche Handball-Nationalteam deshalb so populär ist, weil es "eine Mannschaft ohne jeden Migrationshintergrund" ist und "100 Prozent kartoffeldeutsche Leistungsbereitschaft" verströmt. Hinzu kommt, dass die Protagonisten einschlägige Vornamen wie Andreas, Finn, Carsten und Rune (!!!) tragen und dass der isländische Trainer perfekt ins "nordisch-arisierte Bild" passt.

Wenn sogar "Du Handballer" noch etwas zu lau ist, könnte also auch "Du Europameister!" passen. Vorsicht jedoch bei der Verwendung von "Du Eilenberger!" Es gibt Grenzen.

© SPIEGEL ONLINE 2016
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