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SPAM-Porträt - ein Militär mit Herz

"Kaski-Djadja" lässt Kinderaugen leuchten

Der Krieg ist kein Springborn der Menschlichkeit, und doch - es gibt sie auch dort:

Oberst Lysenko: Vor Kindern und Kranken spricht er selbstverständlich ohne die vielen Mikrofone Zur Großansicht
uacrisis.org

Oberst Lysenko: Vor Kindern und Kranken spricht er selbstverständlich ohne die vielen Mikrofone

Ein bewegendes Beispiel ist Oberst Andrej Lysenko. Die Weltöffentlichkeit kennt ihn als Sprecher des ukrainischen Sicherheitsrats. Er ist oft im Fernsehen. Ein harter Job. Ein noch härterer Kerl.

Doch nur wenige kennen seine sanfte Seite: Vor oder nach Dienstbeginn besucht Lysenko regelmäßig Kiewer Kindertagesstätten, Kliniken und Pflegeheime. Dort ist er dann für kleine und alte Zuhörer nicht mehr der disziplinierte Presseoffizier, sondern einfach nur "Kaski-Djadja", der liebe "Märchenonkel".

Denn Andrij Lysenko liest Kindern, Kranken und bettlägerigen Senioren ehrenamtlich noch einmal "die besten und stimmungsvollsten Geschichten" vor, die er auf Pressekonferenzen bereits internationalen Medienvertretern erzählt hat.

Prof. Dr. Arsen Pogrebnjak, Direktor der Kiewer Klinik Nr. 14, hat schon versucht, seine Patienten mit Krankenhaus-Clowns und Puppenspielern aufzumuntern: "Das war okay. Aber nichts wirkt so gut wie Andrijs Geschichten. Sie sind einzigartig fantasievoll und reizen oft auch zum Lachen. Dabei sind sie auch meist ziemlich gruselig. Aber das ist kein Problem. Denn am Ende gewinnen bei ihm immer die Guten, also unsere Soldaten und Nationalgardisten. Außerdem merken selbst Kinder und sogar demente Menschen sehr schnell, dass das alles nur erfunden ist."

Lysenko selbst spricht nicht gern über seine karitative Tätigkeit. Er will die Texte auch nicht so bald als Buch herausgeben. Es genügt ihm, wenn sie möglichst schnell und unverändert über Internet-Portale, Tageszeitungen und TV-Stationen verbreitet werden: "Ich denke mir das ja nicht selbst aus. Das machen andere. Ich bin also kein Dichter, sondern eher ein Sammler und Vermittler wie bei euch Deutschen die Gebrüder Grimm."

Überall fliegen dem liebenswerten Militär mit der Bürstenfrisur nun die Herzen zu - nur in Moskau nicht. Dmitri Peskow, Sprecher des russischen Präsidenten, bleibt unversöhnlich: "Was immer dieser von Washington gesteuerte Faschist auch erzählen mag, meine Geschichten sind viel besser. Nehmen wir nur die hier: Russland schickt in die Ukraine weder Waffen noch Kämpfer."

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