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14. Januar 2013, 15:10 Uhr

Datenschutz

Der kurze Weg zur Filmkarriere

Unternehmen soll es künftig verboten sein, ihre Mitarbeiter heimlich ("Verstehen Sie Spaß?") zu filmen.

Die Opposition kritisiert, dass der Gesetzentwurf gleichzeitig die Möglichkeiten zur offenen Videoüberwachung erweitert. Doch die Koalition hat diese Einwände längst bedacht und folgendes Maßnahmenpaket vorbereitet:

Transparenz


Jeder Arbeitnehmer hat künftig Anspruch auf einen regulären Kleindarstellervertrag.

Dschungelprüfung

Ab einer bestimmten Zahl von darin enthaltenen Gummibäumen und Verrückten gilt ein Büro automatisch als Dschungelcamp - das heißt, täglich kann ein Mitarbeiter vom Chef "rausgewählt" werden.









Selbstbestimmt

Während der Pausenzeiten müssen Arbeitnehmer nicht in die Kamera gucken. Niemand darf sofort entlassen werden, weil er während der Dienstzeit nicht ständig lächelt. Zuvor hat eine Abmahnung zu erfolgen.

Schleichwerbung

Einzelhandelskaufleute genießen Immunität: Sie werden am Kassierband nicht wegen illegalen Product Placements belangt oder nur, wenn sich kein anderer Kündigungsgrund findet.

Arbeitnehmerbeteiligung

Ist die Kamera in Bodennähe platziert, dürfen weibliche Angestellte mehrmals täglich die Beine übereinanderschlagen oder sind mit mindestens fünf Prozent an den Erlösen der Videovermarktung zu beteiligen.

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