"Wunderbar peinigend"
Folterstaaten wollen ARD-Know-how
Verhörexperten aus aller Welt bewundern das deutsche Fernsehen.
Vertreter renommierter Folterstaaten wie China, Nigeria oder Iran begeistern sich für eine besonders perfide Vernehmungstechnik, die am Freitag in der improvisierten ARD-Tagesschau zum Münchner Massaker präsentiert wurde.
Ein hochrangiger ägyptischer Geheimdienstler will die Verwertungsrechte für diese "wunderbar peinigende Methode" sogar kaufen. "Das war großartig", schwärmt Abdul Al-Torturapi. "Die Nachrichtenredaktion hatte einen - anscheinend in Ungnade gefallenen - Reporter an irgendeine Ausfallstraße gestellt. Von dort sollte er einem Millionenpublikum berichten, was am meilenweit entfernten Tatort passiert. Der Bursche beteuerte, nichts zu wissen. Natürlich. Wie sollte er auch? Im Studio hatten sie zwar mehr Informationen als er, schalteten den Delinquenten aber immer wieder in die Sendung - drei, vier Mal, etwa alle zehn Minuten - und stellten ihm immer wieder dieselben Fragen. Ich habe schon Leute an den Ohrläppchen aufgehängt, aber seine wachsende Verzweiflung erzeugte selbst in mir eine Art Mitleid."
Beim Folteropfer handelt es sich nach SPAM-Informationen um einen Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks. Der Mann sei "relativ wohlauf", beteuert Tagesschau-Sprecher Jens Riewa, der das Verhör führte: "Inzwischen glauben wir Herrn Querner. Er wusste wirklich nichts."
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