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Kommentar

Stoppt den Sanierungswahn!

Heute soll in Berlin die Sanierung der "hauptstadtunwürdigen Toiletten" auf dem Flughafen Tegel beschlossen werden. Viele Expertinnen sehen darin das Ende von Tegel.

Es kommentiert: Erika Bochtler, Mutter unseres Kommentators Jens-Karl Bochtler Zur Großansicht
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Es kommentiert: Erika Bochtler, Mutter unseres Kommentators Jens-Karl Bochtler

Denn schon jetzt ist ja klar, was passieren wird: Binnen Monatsfrist wird ein Toilettenabrissunternehmen sämtliche hauptstadtunwürdigen Flughafen-Toiletten, also alle, auftragsgemäß entfernt haben. Danach muss Tegel erstmal zwei Monate geschlossen werden, so lange bis die eilends bestellten Dixieklos kommen. Fluggästen wird derweil angeboten, sich direkt über ihrem Zielort abwerfen zu lassen. Wenn die Dixieklos dann endlich kommen, führt eine kleine Unachtsamkeit beim Abladen des 542. Klos zu einer misslichen Kettenreaktion: Rund 800 Dixieklos fallen um, hochgiftige Desinfektionsmittel fließen durch mehrere marode Stellen im Bodenbelag direkt ins Erdreich und gelangen ins Grundwasser. Tegel muss sofort großräumig abgesperrt werden bis Polen. Bodenanalysen ergeben, dass alle Flughafengebäude bis auf den Tower eilends abgetragen werden müssen. Nur wenn es gelingt, den verseuchten Boden binnen dreier Tage zu bergen, ist Berlin eventuell noch zu retten...

Ja, und warum das alles? Nur weil einige Politiker einfach nicht akzeptieren können, dass unser Staat mittlerweile in einem Alter ist, in welchem es ganz normal ist, dass die Leistungsfähigkeit auf allen Ebenen langsam zurückgeht, dass mehr und mehr schief geht, dass man morgens oft kaum mehr aus dem Bett kommt und sich total mies fühlt und so weiter. Aber: Wir können diese Krise bewältigen und so zu einer höheren Weisheit gelangen, nämlich: Schluss mit allen staatlichen Bau- und Sanierungstätigkeiten! Freuen wir uns an den Flughafen-Toiletten, welche unser Staat in seiner Jugendzeit einmal bauen lassen konnte.

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