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Kommentar

Lebe gesund und gefährlich!

No risk, no fun: Mehr Kinder sollen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kommen.

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Es kommentiert unsere Kommentatorin Erika Bochtler.

Das ist das lobenswerte Ziel der aktuellen Aktionswoche "Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten". Alljährlich wird diese von immer mehr lobenswerten Verbänden und Vereinen unterstützt, als da sind Kinderhilfswerk, Deutscher Verkehrsclub, ADFC, BUND etc. Das lobenswerte Ziel ist anspruchsvoll. Denn in unserem schönen Autoland ist laut Statistik immer noch das Elterntaxi die bei weitem sicherste Methode, als Kind unbeschadet durch den morgendlichen Berufsverkehr zu kommen und somit in der Schule auch tatsächlich einzutreffen.

Aber Problem: Im Elterntaxi lernen Kinder nichts. Und: Es ist auch total langweilig. Traurig schauen die sogenannten Lieferkinder hinaus, wie ihre Klassenkameraden, die kleinen Ranzenscherpas, sich lustig gegenseitig auf die Straße schubsen und dabei lernen, heranbretternden Lastern auszuweichen. Oft müssen die Car-Kinder auch hilflos mitansehen, wie direkt vor ihnen radelnde Mitschülerinnen zu dritt oder zu viert so geschickt nebeneinander rumgurken, dass die Bringdienst-Kinder immer wieder zu spät zur Schule kommen - trotz hupender Eltern.

Dass manche dieser bemitleidenswerten, meist vollkommen muskellosen und verweichlichten Kreaturen immerhin nicht bis ins Klassenzimmer hinein gefahren werden, sondern an sogenannten Hol- und Bringzonen herausgelassen werden, die bis zu 300 Meter von der Schule entfernt sind, macht es nicht besser. Eher schlimmer. So werden Erwachsene herangezüchtet, die immer nur 300 Meter zu Fuß gehen können, und dass auch nur, wenn sie dabei einmal rechts um die Ecke biegen müssen. Weil sie es immer nur so und nie anders gelernt haben! Ein Horrorszenario! Und total unnötig.

Denn die Lösung ist sehr einfach: Bereits Grundschulkinder sollten so früh wie möglich, selbst mit dem Auto zur Schule fahren. So lernen sie, sich im Verkehr zurechtzufinden, haben dabei aber eine schützende Karosserie um sich herum. Zudem trainieren sie beim Gas geben, bremsen und Lenkrad rumreißen Arm- und Beinmuskeln. Erst wenn sie volljährig sind, sollten sie im Rahmen eines Fußgänger- und Radfahrerscheins die komplexen Unterordnungsaufgaben dieser Verkehrsteilnehmer erlernen.

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