Philharmonien Dieses Konzert ist für Idioten nicht geeignet!

Pöbeleien in Konzerten sollen künftig durch drastische Warnhinweise verhindert werden.


Schockbilder bald auch auf Konzertkarten?
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Schockbilder bald auch auf Konzertkarten?

"Müssen wir auf schwierigere Stücke in Zukunft gesondert hinweisen?", fragte sich der Chef der Kölner Philharmonie, nachdem am Sonntag ein Konzert wegen Tumulten und naziesken Parolen aus dem Publikum ("Reden Sie gefälligst Deutsch!") unterbrochen werden musste. Insidern zufolge gilt es mittlerweile als sicher, dass es ähnlich der Epilepsiewarnung für Computerspiele, künftig eine Art "Idiotenwarnung" für Konzerte geben muss und auch wird.

Die große Frage aber war: Wie formuliert man die? Die ersten Entwürfe - "Empfohlen ab IQ 100" , "Achtung: Interpret spricht in fremden Zungen!", "Warnhinweis für Xenophobiker: Konzert kann Spuren von Unbekanntem enthalten" - waren natürlich total daneben, diskriminierend und aufhetzend. Zudem: Binnen Sekunden war die Arbeitsgruppe heillos darüber zerstritten, ob das Label "schwierig" einen Komponisten auf- oder abwerte und wer dann jeweils in den Genuss davon käme. Nachdem einige Mitglieder pöbelnd davongezogen waren, einigte man sich schließlich auf Folgendes:

Künftig soll auf sämtlichen Konzertkarten in Wort und Bild davor gewarnt werden, dass Konzerte auch NICHT gefallen können. Bei Personen, die allergisch auf Nicht-Gefallen reagieren, könne dies akut Dauerhusten, unkontrollierte Muskelzuckungen und touretteartiges Ausstoßen von Hassparolen auslösen. Der längerfristige Schaden (siehe Foto) sei meist nicht abzuschätzen. Deshalb sollen sich betroffene Personen schnell melden, damit sich die Sanitäter um sie kümmern können (kleine Beruhigungsspritze oder Gummihammer).



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