Kampf gegen Terror Bart- und Burka-Verbot

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere stellt heute neue Sicherheitsregeln vor. Bartträger in ganz Deutschland sind empört.


Geheimtipp aus dem Internet: Vollbart als Schnurrbart tarnen
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Geheimtipp aus dem Internet: Vollbart als Schnurrbart tarnen

"Viele Attentäter tragen gar keinen Bart", wettert der vollbarttragende Hipster Jonas (32 J.) in Berlin. Das ist zwar richtig. Aber da noch weniger Attentäter eine Burka tragen, wird die Kritik nicht ziehen. Das weiß auch Jonas. Er überlegt, auf einen Schnurrbart umzusteigen. Der Oberlippenbart soll nämlich laut Entwurf der "Berliner Erklärung" weiterhin zugelassen sein. Auch Koteletten bis zu maximal 5,72 Zentimeter Länge seien erlaubt. "Wenn ich das geschickt kombiniere …", sinniert Jonas und schaut auf einige Touristen, die an Shishas nuckeln. Nicht mehr lange! Wasserpfeifen werden demnächst ebenso verboten sein, wie Kalbfleisch am Spieß und undurchsichtige Badeanzüge in Schwimmbädern.

Zu ihrer eigenen Sicherheit müssen Frauen beim Baden künftig einen knappen Bikini (Unterteil darf an der Seite höchstens 6,7 Zentimeter breit sein), Männer eine engsitzende Badehose tragen. Die deutsche Bädervereinigung lobt, dass dadurch tolle Synergieeffekte entstünden. Sie kämpft nämlich bereits seit längerem dagegen, dass Badegäste mit schwammartiger Ganzkörperkleidung das Wasser im Becken aufsaugen und auf die Liegewiese tragen.

Noch strittig ist dagegen eine andere Anti-Terrormaßnahme: Danach soll jeder Nichtkäufer eines Elektroautos künftig mit einer Hausdurchsuchung rechnen müssen. Zwar fahren Attentäter tatsächlich meist keine Elektroautos, insofern wäre es sinnvoll. Die Kritik entzündet sich aber an den mangelnden Synergieeffekten. "Leute, die eine 4000-Euro-Kaufprämie für Elektroautos einfach kalt lässt, und das sind derzeit ja fast alle, solche Leute, die scheren sich auch nicht um 'mögliche Hausdurchsuchungen'", erklärte ein Sprecher von BMW. Er sei aber zuversichtlich, dass da im Dienste der Sicherheit noch etwas nachgebessert werde.



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