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Debatte in iranischen sozialen Medien

Ich zieh keine Wurka an!

Ein angebliches Facebook-Posting des iranischen Präsidenten Rohani hat in iranischen Medien eine heftige Debatte entfacht.

Diese Mini-Wurka aus naturbelassenem Holz wird wird nur im freizügigen Bayern getragen, überall anders ist die Wurka bodenlang. Zur Großansicht
DPA

Diese Mini-Wurka aus naturbelassenem Holz wird wird nur im freizügigen Bayern getragen, überall anders ist die Wurka bodenlang.

In dem Posting, das eigentlich nur die engsten Freunde von Rohani erreichen sollte, heißt es: "Geil! In Rom dürfen Frauen sogar nackt ins Museum, solange sie darüber eine sogenannte Wurka (= westliche Version der Burka) tragen." Insbesondere der dazu gepostete Schnappschuss einer Wurkaträgerin aus den Kapitolinischen Museen erregt nun die Gemüter. Will Rohani, aus falsch verstandener Freundlichkeit seinen neuen westlichen Geschäftspartnern gegenüber, die römische Wurka im Iran populär machen? Da die allermeisten iranischen Frauen nicht mal eine Burka tragen, wäre das wohl nicht so einfach!

"Die westliche Fashionwelt liebt Kanten und weiße glatte Flächen, das ist für uns Orientalen etwas gewöhnungsbedürftig", formuliert Samira L. vorsichtig in ihrem Modeblog. Andere äußern sich konkreter: "Hierin zeigt sich eine unfassbare Unterdrückung der italienischen Frauen", schreibt Mehmet R. auf Twitter, er habe sogar gehört, dass die Frau unter der Wurka gar nicht nackt gewesen sei, sondern einen Overall oder eine sogenannte Schutzfolie getragen habe."

Manche Frauen finden aber, dass die Wurka auch ganz nützlich sein könnte - etwa auf überfüllten Plätzen, an Stränden und in Zügen. "Innerhalb einer Wurka können wir tun und lassen, was wir wollen. An den Innenwänden können Klappliegestühle und Espressomaschinen befestigt werden. Ist doch herrlich!", schreibt Irene S. aus Wuppertal. Tatsächlich stößt die Wurka gerade im Westen offenbar auf große Zustimmung. Von der kommenden Mailänder Modewoche ist sie schon jetzt nicht mehr wegzudenken.

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