Das stigmatisierte Leiden Wenn man alles essen kann

Die sogenannte Nahrungsmitteltoleranz breitet sich derzeit aus wie eine Seuche.


Diagnosetest für Nahrungstoleranz: Lesen Sie das auf der obigen Abbildung gezeigte Wort laut vor. So. Haben Sie es auf dem "u" betont, leiden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Nahrungsmitteltoleranz.
DPA

Diagnosetest für Nahrungstoleranz: Lesen Sie das auf der obigen Abbildung gezeigte Wort laut vor. So. Haben Sie es auf dem "u" betont, leiden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Nahrungsmitteltoleranz.

Da Betroffene ihren Zustand meist vertuschen, ist die Dunkelziffer extrem hoch. Experten gehen davon aus, dass jeder zweite, der seinen Einkaufswagen mit gluten-, laktose- und fettfreien Lebensmitteln vollhäuft, eigentlich Spezialnahrungsmittel für Nahrungstolerante zu sich nehmen müsste. Aber aus Angst, als "unsensibler Holzklotz", "ewig gestriger Allesfresser" oder "bildungsferner Idiot" diskriminiert zu werden, essen viele Nahrungstolerante planlos einfach alles, was ihnen vorgesetzt wird: Veganes, Allergikerfood, linksdrehende Speisen. Die Folge ist: Müde, gereizt und antriebslos schleppen sie sich durch den Tag. Die gute Nachricht aber ist: Nahrungsmitteltoleranz ist möglicherweise heilbar. Und zwar so:

1) Spüren Sie jede Stunde genau in sich hinein. Ist Ihnen übel? Geht es Ihnen nicht so gut? Haben Sie das Bedürfnis sich hinzulegen?

2) Verzichten Sie auf abwechslungsreiche Ernährung! Abwechslungsreiche Ernährung ist der Hauptauslöser für die gefährliche Nahrungstoleranz. Essen Sie ein Jahr lang ausschließlich Gluten oder Laktose.

3) Bis zur Heilung: Stehen Sie zu Ihrem Leiden. Fragen Sie im Supermarkt, wo Sie Gluten, Laktose und Fett als Nahrungsergänzungspulver finden.



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