Er tut es wieder! Naidoo plant Gesprächsoffensive

Xavier Naidoo ist am Vormittag auf eine Straßenlaterne zugegangen.


"Wenn man mal darüber nachdenkt, was alles schief läuft", so scheint dieser Blick zu sagen, "dann fallen einem unglaublich viele Sachen ein, die einfach irgendwie schief laufen."
DPA

"Wenn man mal darüber nachdenkt, was alles schief läuft", so scheint dieser Blick zu sagen, "dann fallen einem unglaublich viele Sachen ein, die einfach irgendwie schief laufen."

Er habe sich, so sagte der Sänger anschließend, angeregt mit dem Beleuchtungskörper unterhalten. Seinen Thesen über den 11. September und die deutsche Verfassung habe die Laterne geduldig zugehört, "anders als andere, ich sage mal, Kanaillen", teilte der Sänger im SPAM-Exklusivinterview mit. Grundsätzlich, so Naidoo, gehe er auf alle zu, auf Nazis, Nichtnazis, Christen, Muslime, Mikrofone. Wer nicht bei Drei auf den Bäumen sei, so der Sänger, auf den werde eben zugegangen, und auch die Bäume selber seien dankbar, wenn endlich mal jemand mit ihnen spreche. Der Austausch mit der Straßenlaterne, so Naidoo, sei für ihn sehr erfreulich gewesen, er habe ihm gezeigt, dass "auch Schergen des Systems, vom Staat aufgestellte Stromnetzknechte, trotzdem gerne mehr erfahren wollen." Für den weiteren Wochenverlauf hat der Sänger, der zuletzt medienwirksam u.a. auf "Reichsbürger" und NPD-Anhänger zuging, weitere Gesprächsoffensiven geplant. "Die Giraffen im Zoo etwa wirken immer so unfrei, so eingesperrt", so Naidoo, "sicher sind sie Systemgegner, so wie ich." Mehrere Gullydeckel im Stadtgebiet hätten ihn bereits fragend angeschaut, und auch die Wolken am Himmel, so Naidoo, sollten nicht weiter in erzwungener Unwissenheit gehalten werden. Vermutlich morgen schon werde er sich mit einem großen Berliner Touristenballon gen Himmel transportieren lassen, um dort oben dann weitere schlagende Argumente, wofür auch immer, sprechen zu lassen - "wahrscheinlich sogar mit Megafon. So wie Jesus!"



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