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Ausgabe 27/2001
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02.07.2001
 

TV-PRODUKTION

Zlof macht Zoff

Sat.1 bangt um sein geplantes Herbstprogramm-Highlight "Der Tanz mit dem Teufel". In der aufwendigen TV-Produktion (Etat: rund elf Millionen Mark) geht es um die Entführung des Industriellensohns Richard Oetker im Jahr 1976. Oetker-Kidnapper Dieter Zlof, der für die Tat bis 1994 im Gefängnis saß, will die Ausstrahlung des Zweiteilers (geplanter Sendetermin: November) verhindern. Im Film heißt Zlof "Dieter Cilov" und wird von Christoph Waltz ("Das Teufelsweib") gespielt, den Ermittler mimt Tobias Moretti ("Kommissar Rex"). Mitte Juni ließ Zlof, dessen Opfer bleibende Behinderungen davontrug, den Sender über die Münchner Anwaltskanzlei Bossi auffordern, den Film weder zu bewerben noch auszustrahlen ­ beides verletze seine Persönlichkeitsrechte. Weil Sat.1 dies nicht nur schriftlich ablehnte, sondern den Film bei den Cologne Screenings in der vergangenen Woche uraufführte und damit prompt den Preis für "die beste TV-Produktion des Jahres" in der Kategorie Fiction gewann, wollen die Zlof-Anwälte die Unterlassung nun per einstweiliger Verfügung gerichtlich durchsetzen. Bei Sat.1 fürchtet man einen zweiten Fall Lebach: Ein Sat.1-Doku-Drama über den Soldatenmord von 1969 schlummert seit Jahren in den Archiven, weil der Haupttäter lange erfolgreich auf eine Nicht-Ausstrahlung pochte. Gegen die nun drohende einstweilige Verfügung Zlofs hat der Sender deshalb bei 120 deutschen Gerichten eine 26-seitige "Schutzschrift" hinterlegt. Danach sei Zlof eine "absolute Person der Zeitgeschichte" und habe bei diversen Medienauftritten selbst die Öffentlichkeit gesucht. Urs Rohner, Vorstandschef der ProSiebenSat.1 Media AG und selbst Jurist, hofft nun, "dass die Richter unsere Rechtsauffassung teilen".



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