Malaria-Mücke Anopheles
Eine in Tomaten vorkommende Substanz könnte schon bald als Defensivwaffe in Anti-Mückenmitteln Verwendung finden. Viele dieser Präparate nutzten bisher die 1946 für die U. S. Army entwickelte Chemikalie DEET ("Diethyltoluamid"), um lästige und Krankheiten wie Malaria übertragende Insekten am Blutmahl zu hindern.
Doch DEET kann zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Augenreizungen führen. In seltenen Fällen wurden bei unsachgemäßer Anwendung sogar schon Sprachstörungen und Verwirrtheitszustände beschrieben. Der Gebrauch von DEET-haltigen Mitteln bei Kindern ist deshalb problematisch.
Der Tomaten-Wirkstoff namens IBI-246 hingegen vertreibt nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern der North Carolina State University aufdringliche Insekten wirksamer als DEET und er ist zugleich sicherer. Die Pflanzen selbst nutzen ihn zur Abwehr von Schädlingen.
Bei Tests am Menschen verdarb IBI-246 nicht nur Stechmücken den Appetit. Auch gegen Zecken, Flöhe, Küchenschaben oder Ameisen wirkte der Stoff wie ein unsichtbarer Abwehrschild. Mit der Zulassung der Tomaten-Substanz durch die US-Umweltschutzbehörde rechnen die Forscher für Herbst dieses Jahres.
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© DER SPIEGEL 25/2002
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