Die alte BahnCard gewähte Stammkunden 50 Prozent Preisnachlass. Seit der Tarifreform im vergangenen Dezember gab es mit einer neuen, verbilligten BahnCard nur noch 25 Prozent Rabatt. Diese Regelung war bei Kunden, Verbänden und Politikern auf harschen Protest gestoßen.
Allerdings wäre eine Neuauflage des Klassikers mit einer heftigen Preiserhöhung verbunden: Die BahnCard mit 50 Prozent Rabatt würde nach diesem Szenario in der zweiten Klasse künftig 200 Euro und in der ersten Klasse 400 Euro pro Jahr kosten. Bis Mitte Dezember waren nur 140 und 280 Euro fällig.
Nach Darstellung von Branchenkennern hatte die Konzernführung unter Bahnchef Hartmut Mehdorn zeitweilig auch überlegt, im Gegenzug die Frühbucherrabatte ("Plan&Spar") abzuschaffen. Die Spartarife sollen nach den neuesten Überlegungen nun erst einmal bis zum Jahresende weitergelten.
An diesem Mittwoch wird sich der Aufsichtsrat mit Änderungen am Preissystem befassen, anschließend will Mehdorn seine Pläne der Presse präsentieren. Nach drastischen Einbrüchen im Fernverkehr hatte der DB-Chef im Mai zwei Vorstände als Bauernopfer entlassen und auf der Bilanzpressekonferenz Fehler eingeräumt.
© DER SPIEGEL 27/2003
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