Warum fallen Spinnen nicht von der Decke, wenn sie an derselben hocken? Diese durchaus ernst gemeinte Frage haben Biologen der Universität Saarbrücken jetzt beantwortet.
Die Forscher um die Zoologin Antonia Kesel untersuchten die Bodenhaftung der Springspinne "Evarcha arcuata". Das rekordverdächtige Ergebnis: Selbst auf glatter Oberfläche reicht die Haftkraft der acht Beine der Spinne aus, um ihr 160faches Eigengewicht zu halten.
Hauchdünne, haarähnliche Strukturen an den Spinnenfüßen machen es möglich. "Winzige Haftpolster am Ende dieser Strukturen" schmiegten sich so dicht an die Oberfläche an, dass allein die Anziehungskräfte zwischen den Molekülen die Spinne hielten, sagt Kesel. Insgesamt 624.000 Haftpunkte pro Tier hat Kesel gezählt.
Nun hofft sie, die Ergebnisse für die Entwicklung eines "Mikroklettverschlusses" nutzen zu können, der - wie die Spinnenbeine auch - auf jeder Oberfläche hält. Eine Frage jedoch muss zuvor noch geklärt werden: Wie gelingt es dem Tier, seine Beine jemals wieder vom Boden abzulösen?
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© DER SPIEGEL 29/2003
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