Tests mit einem ins Auge implantierten Mikrochip, der Erblindeten das Augenlicht zurückgeben soll, sind in der letzten Woche an der Hamburger Universitätsklinik in Eppendorf (UKE) ermutigend verlaufen. Die beiden Patienten, denen die in Deutschland entwickelte Sehprothese vorübergehend auf die Netzhaut gepflanzt wurde, "hatten wieder Seheindrücke, die sie vorher nicht wahrgenommen hatten", berichtet Gisbert Richard, Leiter der UKE-Augenklinik. Sie hätten "Strukturen und sogar Farben" erkennen können.
Für den unter örtlicher Betäubung durchgeführten Eingriff hatten die Mediziner Patienten ausgewählt, die wegen eines degenerativen Augenleidens ("Retinopathia pigmentosa") nur noch minimale Sehreste besaßen. Die Tests waren noch nicht darauf ausgerichtet, dass die Patienten reale Gegenstände wahrnehmen. Sie sollten nur zeigen, dass die vom Mikrochip ausgesandten elektrischen Signale in den so genannten Ganglienzellen der Netzhaut zu Reaktionen führen.
Augen-Operation: Mikrochip verspricht neue Hoffnung
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© DER SPIEGEL 44/2003
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