Befragungen unter Prüflingen beiderlei Geschlechts erbrachten zunächst 91 gängige Methoden. Sodann ließen die Forscher deren Tauglichkeit bewerten. Ergebnis: Der Mann ist besonders leicht hereinzulegen.
Er wird zwar argwöhnisch, sobald die Partnerin öfter ausgeht als sonst, mehr Geld zum Friseur trägt oder sich sonstwie aufzuputzen sucht. Solange sie aber dahinlebt wie gewohnt oder ihre Attraktivität eher noch vernachlässigt, wird er selten rebellisch. Am besten, die Betrügerin wendet sich dem gehörnten Partner auch noch mit "gesteigerter Sexualaktivität" zu - dann kann sie anderweitig meist vollends treiben, was sie will.
Doch auch die Frau bietet eine schwache Flanke: Es genügt, dass der Mann, in Wahrheit hinter einer anderen her, plötzlich "tiefe, emotionale Gespräche" führt, von der gemeinsamen Zukunft mit Kindern faselt oder auch nur unter Menschen möglichst oft Blickkontakt mit der Betrogenen sucht. Und schon wähnt sie sich geborgen, anstatt die Ohren zu spitzen.
Die Geschlechter haben wohl kaum eine Wahl: Das Betrugsverhalten von Männern und Frauen folge "evolutionär vorgegebenen Mustern", schreiben Schmitt und Shackelford. Der Frau gehe es nun mal um Gefühlsbindung und Zuwendung von Ressourcen, dem Mann hingegen um leicht verfügbaren Sex.
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© DER SPIEGEL 8/2004
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