Versuche mit einem Prototyp zeigten, dass die Wirkung der Bodenmassage bis in eine Tiefe von 20 Zentimetern reicht. Das genügt für eine Reihe von Nutzpflanzen, und die Bauern hätten eine große Sorge weniger: Das herkömmliche Pflügen, das den Boden aufreißt, ist aus vielen Gründen von Übel - es erfordert schwere Zugmaschinen, die den Untergrund verdichten, bis er Wasser und Nährstoffe nicht mehr halten kann. Die aufgewühlte Krume wird von Wind und Regen abgetragen. Überdies geraten durch das stetige Umwenden Wurzeln und vermodernde Pflanzenreste aus dem Erdreich an die Luft, wo sie das Treibhausgas Kohlendioxid abgeben - auf die Fläche gerechnet ist das ein beträchtlicher Klimafaktor. Die Methode aus Jordanien, beschrieben in der Fachzeitschrift "Soil and Tillage Research", weist nun einen Ausweg. Der neue Pflug muss nur sachte übers Feld gerollt werden. In seinem Gehäuse steckt ein Ultraschall-Generator. Stahlräder, die mit Gel gefüllt sind, übertragen die Schwingungen ins Erdreich. Der Entwickler will als Nächstes ein stärkeres Modell bauen, dessen Gerüttel den Boden noch tiefer lockert.
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© DER SPIEGEL 8/2004
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