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Ausgabe 13/2004
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22.03.2004
 

Pop

Illegaler Bestseller

"The Grey Album" - eine am Computer produzierte Mischung aus dem "White Album" der Beatles und dem "Black Album" des Rappers Jay-Z ist zum Bestseller geworden. Nun geht die Plattenfirma Apple gegen die Verbreitung des neuen Albums vor.

Jay-Z und Beyoncé Knowles
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REUTERS

Jay-Z und Beyoncé Knowles

Die Eingebung für den großen Coup kam dem DJ beim Hausputz in Los Angeles. Im Hintergrund dudelte das "White Album" der Beatles, und auch das "Black Album" von Rap-Superstar Jay-Z lag rum, als Brian Burton, der sich DJ Danger Mouse nennt, der Geistesblitz traf, den alten mit dem neuen Bestseller am Computer zu kreuzen. Das Resultat nannte der Bastler folgerichtig "The Grey Album".

Ein Witz, der in der Musikwelt für Aufruhr sorgt: Im Internet entwickelte sich die Anarcho-Collage zum millionenfach heruntergeladenen Renner. Und CD-Kopien sollen bei Online-Auktionen mehr als 300 Dollar gebracht haben. Auch die Kritiker jubeln: Zum "ultimativen Remix- Album" erklärte der "Rolling Stone" das Werk, "gewitzt und mitreißend" finden es die Kollegen vom "New Musical Express" und erklären die Zwitter-Songs gar zum wahren Beginn der Popmusik des 21. Jahrhunderts. Und das ist ausnahmsweise kaum übertrieben - weil die Musikindustrie hier virtuos ausgebremst wurde. So wird diese Musik nirgendwo legal zum Kauf angeboten, weil das Werk komplett illegal ist. Weder Jay-Z noch die Beatles, geschweige denn ihre Plattenfirmen wurden um Erlaubnis gebeten.

Trotzdem haben US-Blätter wie die "New York Times" oder "Billboard" das "Grey Album" rezensiert, das frei, sprich überwiegend umsonst, im Internet angeboten wird. Angeblich sieht HipHop-Maestro Jay-Z die Sache gelassen. Der Chef seiner Plattenfirma Rock-A-Fella erklärte: "Die Platte ist heiß. Immerhin sind zwei Legenden auf ihr zu hören."

Weniger amüsiert gaben sich die Juristen der Beatles-Plattenfirma Apple. Jedem, der in Verdacht gerät, etwas mit dem "Grey Album" zu schaffen zu haben - und wenn es nur die Nennung einer Website ist -, drohen sie mit Strafen. Auch in Deutschland sollen Musikjournalisten von ihnen verwarnt worden sein.

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