Barabhebungen am Geldautomaten sind für viele Kunden so teuer wie noch nie, die fälligen Gebühren bisweilen kaum durchschaubar. Wer den Automaten einer Bank benutzt, bei der er nicht Kunde ist, muss dafür häufig fünf Euro oder mehr zahlen. "Vor zwei Jahren lagen die Gebühren noch einheitlich bei einem Prozent der Summe oder mindestens zwei Euro", berichtet Manfred Westphal, Finanzexperte beim Bundesverband der Verbraucherzentralen. Hintergrund für die Preissteigerung, so der Verbraucherschützer, sei eine EU-Verordnung, die im Juli 2002 in Kraft trat. Sie schreibt vor, dass Barabhebungen im Ausland nicht teurer sein dürfen als im Inland.
"Der Schuss ging nach hinten los", so Westphal. Statt die Auslandsgebühren zu senken, hätten die Banken die Inlandsgebühren angehoben. So müssen zum Beispiel Sparkassenkunden an "fremden" Geldautomaten sogar im Schnitt fünf Euro an Gebühren zahlen. Zwar haben sich die großen Institute, unter ihnen Deutsche Bank, Postbank und HypoVereinsbank (HVB), zur Cash Group zusammengeschlossen, die ihren Kunden Bargeld zum Nulltarif verspricht. Auch einige kleinere Institute wie die Sparda-Banken oder die SEB verfolgen mit ihrem CashPool dasselbe Ziel. Doch außerhalb dieser Bündnisse wird es teuer. So verlangt die Deutsche Bank von Kunden, die fremdgehen, mindestens 4,25 Euro, bei der HVB sind es mindestens 3,95 Euro. Und nicht immer ist klar, welche Institute wie kooperieren. So gelten für Kunden der genossenschaftlichen Sparda-Banken allein gegenüber den anderen Genossenschaftsbanken drei verschiedene Gebührensätze zwischen null und vier Euro.
© DER SPIEGEL 30/2004
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