Literatur
Teuflisches Programm
Rätsel, Codes und Geheimnisse sind seine Passion. Und Kryptologen,
die Leute, die sie berufsmäßig knacken, sind seine Helden. Der
amerikanische Bestsellerautor Dan Brown, 40, der mit seinem
Gral-Schmöker "Sakrileg" immer noch die Verkaufslisten beherrscht,
debütierte in den neunziger Jahren ebenfalls mit einem Rätsel-Thriller.
Nun ist das Buch unter dem griffigen Titel "Diabolus" auch bei uns
erschienen. Susan Fletcher, eine junge, selbstverständlich betörend
schöne Computerspezialistin, arbeitet im geheimsten Rechenzentrum der
Welt. Hier dechiffriert die National Security Agency (NSA), der
allergeheimste US-Geheimdienst, hauptsächlich hochkompliziert
verschlüsselte Texte.
Der riesige Computer ist so leistungsstark, dass er noch jeden Code
knacken konnte. Drogenbosse, Terroristen, feindliche Staatsmänner oder
andere böse Buben, die sich in ihren Mails, Faxen oder
Telefongesprächen einer Geheimsprache bedienen, werden vom NSA-Rechner
enttarnt. Doch die technische Überlegenheit ist plötzlich in Gefahr:
Diabolus, ein schier unentwirrbares Teufelsprogramm, bedroht den
Computer und zwingt ihn zu selbstzerstörerischen, langwierigen
Rechenoperationen. Wird Diabolus nicht innerhalb einer bestimmten Zeit
gestoppt, könnten Hacker ungehindert auf die Daten des Rechenzentrums
zugreifen. Ein ehemaliger NSA-Mitarbeiter wird verdächtigt, aus Rache
den Angriff auf den Computer gestartet zu haben. Susans Freund David
Becker, ein Universitätsdozent, wird nach Europa geschickt, um den
flüchtigen Bösewicht zu fangen und ihm das Passwort zu entreißen, das
Diabolus einzig stoppen kann.
Routiniert und leider reichlich vorhersehbar spult Dan Brown seine
Bits-und-Bytes-Story ab. Spannung erzeugt er nach bewährtem
Suspense-Muster. Am Ende bekommen dann sowohl die Liebe als auch die
Wahrheit ihre wohlverdiente Chance.
Dan Brown: "Diabolus". Aus dem Amerikanischen von Peter A. Schmidt. Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach; 528 Seiten; 19,90 Euro.
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