"Was derzeit in Tibet passiert, ist einfach nur traurig", sagte die 23-jährige Psychologiestudentin Anna Battke in einem SPIEGEL-Interview. Die Wettbewerbe in Peking würden den Athleten ein hohes Maß an Öffentlichkeit bieten. "Da ist es die Pflicht von Sportlern, auf Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen", sagte Battke.
Die Springerin vom USC Mainz könnte sich vorstellen, dass sich alle Athleten als "Weltteam" bei der Eröffnungsfeier in Peking verkleiden könnten: eine Gruppe als tibetische Mönche, die andere Gruppe als chinesische Regierungsbeamte. "Dann könnten wir uns symbolisch die Hände reichen", sagte Battke.
Eine gemeinsame Aktion mit den anderen Olympiateilnehmern hält sie jedoch für unwahrscheinlich. "Vielen ist im Zweifel ein schöner Olympiasieg wichtiger", sagte die Sportlerin dem SPIEGEL. Davon will sich die Athletin jedoch nicht abhalten lassen. "Ich lasse mir auf jeden Fall etwas einfallen", sagte Battke. Die olympische Charta verbietet jegliche Art von politischer Propaganda bei den Spielen.
Anna Battke hatte sich bereits bei den Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften in Valencia (7. bis 9. März) mit einem Filzstift "Stop Doping" auf den Bauch geschrieben. Sie muss sich bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg (5. und 6. Juli) noch für die Olympischen Spiele qualifizieren.
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© DER SPIEGEL 13/2008
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