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Ausgabe 32/2008
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04.08.2008
 

Medizin

Neue Geschlechtstests bei Olympia

Der Mann unter Frauen: Bislang gab es bei den Olympischen Spielen keine einwandfreien Testverfahren, um das Geschlecht eines Sportlers zu bestimmen. Es galt als oberflächlich. Ein verbessertes Verfahren untersucht jetzt zusätzliche Gene und Hormonprofile - auch in Peking.

Erstmals seit 1996 wird es bei den Olympischen Spielen wieder Geschlechtstests für teilnehmende Athleten geben. Bis zu den Spielen in Atlanta waren Massentests üblich, die Ergebnisse erwiesen sich als uneindeutig.

Läuferin Soundarajan: Ernsthafte Zweifel
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AFP

Läuferin Soundarajan: Ernsthafte Zweifel

Acht Athletinnen konnten 1996 zunächst nicht einwandfrei dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden und sollten disqualifiziert werden, alle bekamen aber nach ihrem Einspruch recht.

Sieben von ihnen waren, wie sich herausstellte, als Hermaphrodit auf die Welt gekommen. Genetiker kritisierten die damals übliche "gender verification" als oberflächlich, weil ausschließlich die Chromosomen ermittelt wurden. Als kritikwürdig wurde zudem die öffentliche Bloßstellung zweigeschlechtlicher Sportler empfunden.

Nun werden bei den neuen Tests auch Gene und Hormonprofile untersucht. Zu den Tests werden ausschließlich Teilnehmer gebeten, bei denen "ernsthafte Zweifel" an ihrem angegebenen Geschlecht aufgekommen seien, sagt der zuständige Laborchef Tian Qinjie.

So werde sowohl die Fairness der Wettkämpfe geschützt als auch das Recht der betroffenen Sportler. Zuletzt war der indischen 800-Meter-Läuferin Santhi Soundarajan bei den Asien-Spielen 2006 nach einem Geschlechtstest die Silbermedaille aberkannt worden.

Welche Folgen diese öffentlichen Debatten haben können, zeigt der Fall der deutschen Tennisspielerin Sarah Gronert. Nach monatelangen Gerüchten, sie sei ein Mann, hatte sich die Westfalenmeisterin, vor 22 Jahren mit männlicher und weiblicher Geschlechtsausprägung geboren, im Juli am Universitätsklinikum Aachen untersuchen lassen. Dort wurde festgestellt, dass sie weiblichen Geschlechts ist.

Nun darf Gronert zwar weiter an Turnieren der Frauen-Tennisorganisation WTA teilnehmen, doch die Profispielerin hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. In einer Presseerklärung beklagt sie einen "Rufmord".

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