AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 43/2008
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Pop Die Schöne und das Biest

2. Teil: "Ich mag mutige Männer"

Plötzlich muss Carla Bruni weg, die vereinbarte Interviewzeit ist längst noch nicht abgelaufen. Haben ihr die Fragen nicht gefallen? "Nein, nein. Es ist ein Notfall. Ich muss ins Krankenhaus, und die Besuchszeit endet bald. Ich rufe später noch mal an!"

Franck, der Assistent, nimmt sich ein Bier aus dem Kühlschrank. Jemand im Elysée, mit dem er gerade telefonierte, hat ihm erlaubt, sich eine der Präsidenten-Zigarren zu nehmen. Am Telefon hat er in der Küche des Elysée das Abendessen für Carla und den Präsidenten bestellt: Choucroute garnie, ein elsässisches Gericht, eine Art Schlachtplatte mit Sauerkraut. Das Elysée soll es hierher liefern.

Franck war früher Schauspieler, seit zehn Jahren ist er Carlas Assistent. Es ist ihm anzumerken, dass er locker damit umgehen will, plötzlich so nah an Frankreichs Machtzentrum zu sein, an einen Präsidenten, der Migranten ausweisen und Sozialleistungen kürzen will. Franck hat Sarkozy nicht gewählt. Er und auch Carla sehen sich als Linke, als Bohemiens. Aber jetzt schwärmt Franck von Sarkozys Offenheit. Auch Carla nimmt ihren Mann ständig in Schutz, doch manchmal missglücken ihr diese Auftritte, wie vor kurzem bei "Wetten, dass ...?", als sie um Mitgefühl für Politiker warb, die unter unvorstellbarem Druck ständen und doch nur ihr Bestes versuchten. In solchen Momenten klingt Carla Bruni nicht wie eine Präsidentengattin, sondern wie eine Präsidententochter.

Zwei Tage später ruft Carla Bruni wie vereinbart an. Im Hintergrund hört man wieder Aurélien, der sich über irgendetwas beschwert. Sie sagt dem Jungen, er solle in den Garten gehen und sich mit den Blumen und Pflanzen beschäftigen oder etwas schreiben. In diesem Gespräch soll es nun um ihr Verhältnis zu Sarkozy gehen: War es Liebe auf den ersten Blick?

"Schwer zu sagen. Ja. Ich würde sagen: auf den ersten Blick. Ich kannte das auch nicht. Sonst war es nicht so schlagartig."

Wie wichtig ist ihr seine Macht?

"Es geht mir nicht um Macht bei Männern. Ich bekomme von seiner Macht nichts mit in unserem Familienleben, das wie jedermanns Familienleben ist, nehme ich an. Aber ich mag mutige Männer. Nicolas ist sehr mutig. Ich mag das an ihm. Natürlich hat er Ängste wie jeder, und er ist umsichtig, wachsam. Aber er zieht etwas durch, wenn es sein muss."

Was tut sie für ihn?

"Ich versuche, ihm Ruhe zu geben, Weichheit. An den Wochenenden bleiben wir zu Hause und ruhen uns aus. Wenn er mal zwei Stunden frei hat, möchte ich ihn dazu bringen, ein Buch zu lesen oder Sport zu treiben."

Inspiriert sie diese neue Welt der Politik?

"Ja. Oft habe ich Ideen, wenn ich mit meinem Mann irgendwo bin. Manchmal gehe ich auf die Toilette und singe die Ideen in mein Handy."

Ein paar Tage später kommt heraus, wen Carla Bruni an jenem Nachmittag vorvergangenen Mittwoch, als sie das Interview abbrach, im Krankenhaus besuchte. Sie war bei Marina Petrella, einer ehemaligen Terroristin der Roten Brigaden, des italienischen Pendants zur RAF. Als Carla fünf Jahre alt war, zog ihre Familie - der Vater ein Turiner Industrieller, die Mutter eine französische Pianistin - nach Frankreich, aus Furcht vor einer Entführung durch die Roten Brigaden. Marina Petrella flüchtete in den neunziger Jahren nach Frankreich, um sich dem Zugriff der italienischen Behörden zu entziehen, gründete dort eine Familie, war geschützt von François Mitterrand, der abtrünnige italienische Linksterroristen nicht auslieferte.

Doch kurz nachdem Sarkozy an die Macht gekommen war, wurde Petrella verhaftet und sollte nun doch nach Italien ausgeliefert werden, wo lebenslängliche Haft wartet. Sarkozy hatte versprochen, härter zu sein als seine Vorgänger, gegenüber Kriminellen, gegenüber Terroristen. Petrella begann einen Hungerstreik.

Im Krankenhaus traf Carla Bruni auf eine offenbar sehr geschwächte Frau, die dem Tod entgegengeht. Und nun, zusammen mit ihrer Schwester, der Schauspielerin Valeria Bruni Tedeschi, wollte sie den Präsidenten überzeugen: Diese Frau dürfe nicht ausgeliefert werden.

Aber darf sich Frankreichs Präsident von seiner Frau überreden lassen, einer Sängerin, die gefühlige Chansons über Freiheit und Leidenschaft singt und deren Nacktbilder überall im Internet zu sehen sind? Da tauchte er wieder auf, Brunis Spagat zwischen links und rechts, zwischen Sängerin und Repräsentantin, zwischen Bohemienne und Elysée-Bewohnerin.

Am vergangenen Sonntag, vier Tage nach Brunis Krankenhausbesuch, teilte das Elysée mit, der Präsident habe entschieden. Marina Petrella werde nicht ausgeliefert. Als wäre nichts gewesen.

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insgesamt 76 Beiträge
schnuppe 21.10.2008
Ich finde, sie kann nicht singen, obwohl sie gute Musiker hat und die Musik gut arrangiert ist. Ihr Gesicht ist zwar sehr hübsch, aber durch Wangenimplantate und künstlich schmal geschminkte Lippen wirkt es maskenhaft. Für die [...]
Zitat von sysopNacktfotos, 30 Lover, Sprüche über Kokain: Darf eine Präsidentengattin mit so was Schlagzeilen machen? Carla Bruni erfindet das Amt der "Frau an seiner Seite" radikal neu. Carla Bruni - göttlich oder unterirdisch?
Ich finde, sie kann nicht singen, obwohl sie gute Musiker hat und die Musik gut arrangiert ist. Ihr Gesicht ist zwar sehr hübsch, aber durch Wangenimplantate und künstlich schmal geschminkte Lippen wirkt es maskenhaft. Für die Lolita-Rolle ist sie doch zu alt. Sie ist schon ganz schön fake und zu intelligent, als dass ihre Bemerkungen Zufall wären - alles dient dazu, ihr eigenes Image aufzubauen (eine Freibeuterin, total "fatale" natürlich). Sie ist schon sich selbst ein Star, Sarko muss aufpassen. Sie ist sehr elegant und sie gibt der Politik so etwas schön operettenhaftes. Ich glaube alle warten auf den Moment, wo sie Sarkozy sitzen lässt und er sich in aller Öffentlichkeit für sie erniedrigt. Oder dass sie ihn Basic-Instinct-mäßig erdolcht. Vielleicht darf sie aber auch ein bisschen bei der Politik mitmachen, Cécilia durfte doch schließlich auch, in Libyen. Also, man wartet auf eine Überraschung von Carla Bruni.
DJ Doena 21.10.2008
Weder noch?
Zitat von sysopCarla Bruni - göttlich oder unterirdisch?
Weder noch?
M. Michaelis 21.10.2008
Die Frau ist belanglos. Mir ist das Gedöns um diese Frau völlig unerklärlich. Ein Medienprodukt.
Zitat von sysopNacktfotos, 30 Lover, Sprüche über Kokain: Darf eine Präsidentengattin mit so was Schlagzeilen machen? Carla Bruni erfindet das Amt der "Frau an seiner Seite" radikal neu. Carla Bruni - göttlich oder unterirdisch?
Die Frau ist belanglos. Mir ist das Gedöns um diese Frau völlig unerklärlich. Ein Medienprodukt.
supercat 21.10.2008
Das ist ja wunderbar, dass es neuerdings bei SPON Home-Stories gibt. Ich freue mich schon auf nächste Wochen, wenn gemeinsam mit Eva Luise Köhler Weihnachtsplätzchen gebacken werden. Oder war doch das Thema, Wladimir Putin mal [...]
Das ist ja wunderbar, dass es neuerdings bei SPON Home-Stories gibt. Ich freue mich schon auf nächste Wochen, wenn gemeinsam mit Eva Luise Köhler Weihnachtsplätzchen gebacken werden. Oder war doch das Thema, Wladimir Putin mal Menschlich? Der Minister Präsident zeig ganz exklusiv seine Sammlung von exquisiten Porzellan Kätzchen.
Basti1979 21.10.2008
Die Frau zeigt nur wieder mal, wes Geistes Kind unsere europäische Elite ist...wenn wir nicht bald aufwachen, werden wir bald von einem großem Gong geweckt. Wo sind die echten Vorbilder hin? Hat man sie verscharrt? Sind die [...]
Zitat von sysopNacktfotos, 30 Lover, Sprüche über Kokain: Darf eine Präsidentengattin mit so was Schlagzeilen machen? Carla Bruni erfindet das Amt der "Frau an seiner Seite" radikal neu. Carla Bruni - göttlich oder unterirdisch?
Die Frau zeigt nur wieder mal, wes Geistes Kind unsere europäische Elite ist...wenn wir nicht bald aufwachen, werden wir bald von einem großem Gong geweckt. Wo sind die echten Vorbilder hin? Hat man sie verscharrt? Sind die unserer Generation zu langweilig, ist die Wahrheit uns zu hart? Stattdessen haben wir haufenweise Menschen in Vorbildfunktion wie Frau Bruni...
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