Von John Goetz, Marcel Rosenbach und Alexander Szandar
So also sieht ein amtlich bestellter Hacker aus: ein Herr mit grauen Haaren, Schnauzbart, Besoldungsgruppe B 6 und blauer Luftwaffenuniform. Friedrich Wilhelm Kriesel heißt der Mann, er ist 60, Brigadegeneral und Leiter des Kommandos Strategische Aufklärung.
Kriesel ist an einem Frontabschnitt eingesetzt, der erst in jüngster Zeit ins Visier der Bundeswehr geraten ist. Der General soll den Krieg der Zukunft vorbereiten, und der könnte in Teilen im weltweiten Netz stattfinden. Kriesel scheint der richtige Mann für diese Aufgabe zu sein. Knapp 6000 Soldaten unterstehen seinem Kommando, sein Verband funktioniert schon jetzt wie ein Geheimdienst.
Streng abgeschottet von der Öffentlichkeit tüfteln mittlerweile 76 seiner Leute in der Tomburg-Kaserne im beschaulichen Fachwerkstädtchen Rheinbach bei Bonn an den neuesten Methoden, um in fremde Netzwerke einzudringen, sie auszukundschaften, zu manipulieren - oder zu zerstören. Was im internen Behördengebrauch unter der harmlosen Bezeichnung "Abteilung Informations- und Computernetzwerkoperationen" firmiert, ist eine Einheit, die sich für den elektronischen Ernstfall vorbereitet, digitale Angriffe auf fremde Server und Netze inklusive.
Die uniformierten Hacker aus Rheinbach sind Deutschlands Antwort auf eine Bedrohung, die mittlerweile Regierungen, Geheimdienste und Militärs in aller Welt alarmiert. Seit Computer praktisch alle Lebensbereiche durchdringen, ist die Anfälligkeit für Angriffe aus dem Netz massiv gestiegen. In den USA warnen Experten schon seit Jahren vor einem "elektronischen Pearl Harbor", einem "digitalen 11. September" oder einem "Cybergeddon".
Estland war der erste Nato-Staat, der Opfer einer solchen Digital-Attacke wurde. Im Frühjahr 2007 gerieten Banken, Behörden und Parteien für drei Wochen unter massives elektronisches Sperrfeuer. Die Baltenrepublik war zeitweise so gut wie offline und galt damit als Austragungsort des ersten "Cyber-Kriegs", denn sie vermutete den Nachbarn Russland hinter dem Angriff, mit dem es damals gerade gravierende diplomatische Querelen gab.
Der Begriff "Krieg" war dabei zu Recht von Anfang an umstritten - immerhin gab es keine Toten oder Verletzten. Doch dass Angriffe aus der virtuellen auch in der realen Welt desaströse Folgen haben können, ist spätestens seit der Estland-Attacke klar. Das Internet hat sich zu einem virtuellen Schlachtfeld entwickelt, auf dem sich die Konflikte der realen Welt widerspiegeln.
Trojaner, Botnetze, Gesetze - wie die Staatshacker für den Cyberkrieg aufrüsten:
Auf anderen Social Networks posten:
Tja wer weiß ^^ In ein paar Jahren brauchen Cracker gar kein Ethernet mehr, um auf fremde Computer zuzugreifen... Dann läuft alles über das Stromnetz :D beunruhigende Vorstellung O_o mehr...
....von Atomkraftwerken und anderen großtechnischen Anlagen nicht am Internet hängen kann ich (noch) ruhig schlafen. Allerdings wurde im Konzern für den ich gearbeitet habe, bereits im Jahr 2001 ernsthaft über eine Pumpen- und [...] mehr...
Nun gibt es für Streitkräfte eben andere Besitzrechte. Sie dürfen sich privat auch keinen Leopard 2 anschaffen, die Bundeswehr darf hingegen ein paar hundert davon besitzen ;) mehr...
Interessanter als das Zerstören von Netzwerken ist doch eigentlich der Schutz eben solcher. Aber wie will man bitte etwas schützen, wenn man nicht weiß, welche Methoden es mitlerweile zum Zerstören gibt? Das Gesetz das [...] mehr...
Neugestaltung des militärischen Nachrichtenwesens. Die Bundesrepublik Deutschland leistet mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr im Rahmen der Vereinten Nationen, der Nato und der EU Beiträge zur globalen [...] mehr...
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