AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 7/2009
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Verteidigung Krieg der Zukunft

6. Teil: Die Abwehrstrategie der Bundesregierung

Zumindest was die Verteidigung der eigenen Behörden-Netze angeht, will die Bundesregierung so lange offenbar nicht warten. Der Gesetzesentwurf aus dem Innenministerium, über den der Bundestag nun beraten soll, sieht vor, das BSI zu einer Art ziviler Cyber-Verteidigungs-Agentur aufzuwerten. Es soll künftig automatisiert die Datenströme etwa des Bundeskanzleramts und der Ministerien überwachen, um Auffälligkeiten schneller erkennen und bekämpfen zu können. Zudem soll die kleine Bonner Behörde widerstrebenden Bundeseinrichtungen nicht nur wie bisher Empfehlungen aussprechen, sondern konkrete "Vorgaben" machen können, etwa die Zahl der offenen Zugänge ins Internet zu reduzieren.

In ihrem bislang unveröffentlichten Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2009 warnen die Sicherheitsexperten, dass nicht nur die Zahl der Angriffe, sondern auch ihre Professionalität stark steigt. Sie prognostizieren nicht nur eine wachsende Gefährdung durch Botnet-Attacken, aber auch durch Angriffe auf große Steuersysteme kritischer Infrastrukturen, etwa von Kernkraftwerken oder Verkehrsleitsystemen.

Die Rheinbacher Netzsoldaten der Bundeswehr haben derweil mit einem besonders tückischen Gegner zu kämpfen: dem deutschen Strafrecht, das eigentlich seit 2007 schon die Vorbereitung von Computersabotage verbietet. Sollten die deutschen Cyber-Krieger tatsächlich Versuchsangriffe auf fremde Netze starten, stünden sie strenggenommen mit einem Bein im Gefängnis. Auf schwere Computersabotage stehen bis zu zehn Jahren Haft.

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insgesamt 11 Beiträge
Rübezahl 12.02.2009
Es ist ein Kampf der Zukunft und hochbrisant, zumal es noch keine rechtliche Handhabe gibt und jeder Computerkämpfer bis zu 10 Jahren Haft zu vergewärtigen hat. Aber gelöst werden muss das Problem schnellstens!
Zitat von sysopMuss das deutsche Militär schleunigst technische Kompetenzen aufholen? Oder ist der Kampf gegen Cyberattacken einer gegen Windmühlen?
Es ist ein Kampf der Zukunft und hochbrisant, zumal es noch keine rechtliche Handhabe gibt und jeder Computerkämpfer bis zu 10 Jahren Haft zu vergewärtigen hat. Aber gelöst werden muss das Problem schnellstens!
Rübezahl 12.02.2009
Ach ja, und wenn dann noch jeder Besucher des Einsatzführungskomandos, so wie ich, auf den dortigen Bildschirmen das Symbol eines Diamanten mit dem dazu gehörigen Passwort "Rubin" einsehen kann ,ist der Erfolg eines [...]
Ach ja, und wenn dann noch jeder Besucher des Einsatzführungskomandos, so wie ich, auf den dortigen Bildschirmen das Symbol eines Diamanten mit dem dazu gehörigen Passwort "Rubin" einsehen kann ,ist der Erfolg eines solchen Kampfes eher zweifelhaft.
Fackus 12.02.2009
... Herr Schäuble ! als erstes wird man in der neuen Abteilung am Bundestrojaner 2.0 basteln und den dann am eigenen Volk ausprobieren. Schon interessant, wie sie alle (Staat, Firmen, Bundeswehr, auch jeder Einzelne) - [...]
... Herr Schäuble ! als erstes wird man in der neuen Abteilung am Bundestrojaner 2.0 basteln und den dann am eigenen Volk ausprobieren. Schon interessant, wie sie alle (Staat, Firmen, Bundeswehr, auch jeder Einzelne) - kopflos wie die Lemminge - ins digitale Netz hineingerannt sind und sich nun wundern, daß da auch Gefahren, gar 'Kriegsschauplätze' lauern können. In der Financial Times steht just heute dazu ein interessanter Kommentar: http://www.ftd.de/meinung/leitartikel/:Kolumne-Thomas-Klau-Mit-Hightech-in-die-Krise/473182.html Man hätte nicht superschlau sein müssen, um diese Folgen rechtzeitig abzuschätzen. Aber 'Zukunftsforscher' ähneln den Wirtschafts'wissenschaftler'n: Alles super in der Zukunft - hinein in die herrlichen Visionen! Realität? Nur was für Leute, die mit Visionen nicht zurechtkommen! Ich vermute mal, auch die Bundeswehr hat sich konsequent über die letzten 2 Jahrzehnte hinweg ins Internet gestürzt und vermutlich die altgedienten Kommunikationstechniken verschrottet. Und nun befinden sie sich mitten in einem Kriegsschauplatz, der in dieser Form vielleicht gar nicht nötig gewesen wäre.
Gurkha 12.02.2009
Lieber Ergebirgler, wie ich zufällig weiß, weil ich an jenem Tag dabei war... Es war die Eitelkeit der politischen Führung, die uns dieses Photo beschert hat. Das wird für die Effektivität der "Cyber-Krieger" [...]
Zitat von RübezahlAch ja, und wenn dann noch jeder Besucher des Einsatzführungskomandos, so wie ich, auf den dortigen Bildschirmen das Symbol eines Diamanten mit dem dazu gehörigen Passwort "Rubin" einsehen kann ,ist der Erfolg eines solchen Kampfes eher zweifelhaft.
Lieber Ergebirgler, wie ich zufällig weiß, weil ich an jenem Tag dabei war... Es war die Eitelkeit der politischen Führung, die uns dieses Photo beschert hat. Das wird für die Effektivität der "Cyber-Krieger" denselben Erfolg haben.
mordur 12.02.2009
http://www.heise.de/newsticker/Verschaerfte-Hackerparagraphen-treten-in-Kraft--/meldung/94190/ ---Zitat--- Die damit kriminalisierten "Hacker-Tools" dienen jedoch auch Systemadministratoren, Programmierern und [...]
http://www.heise.de/newsticker/Verschaerfte-Hackerparagraphen-treten-in-Kraft--/meldung/94190/ ---Zitat--- Die damit kriminalisierten "Hacker-Tools" dienen jedoch auch Systemadministratoren, Programmierern und Beratern dazu, Netzwerke und Endgeräte auf Sicherheitslücken zu prüfen ---Zitatende--- Wenn also die Jungs in Uniform sich Software beschaffen, besitzen, entwickeln oder benutzen, mit der sie in der Lage wären eine Computerstraftat zu begehen, oder auch Lücken im Netzwerk der Bundeswehr zu entdecken, gehören sie alle eingesperrt und bestraft, nach Herrn Schäuble am besten gleich hingerichtet! So wendet sich die Gesetzgebung gegen die eigenen Leute. Bravo ausgedacht, die Herren und Damen des juristischen Sachverstandes im Bundestag! Ein Gesetz für das Klo!
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