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Ausgabe 43/2009
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19.10.2009
 

Geldanlagen

Gewinne in Gottes Namen

Von Christoph Pauly

Geldanlage: Das Milliardengeschäft mit islamkonformen Finanzprodukten
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DPA

Demnächst will die erste Bank in Deutschland Scharia-konforme Finanzprodukte anbieten. Ein Milliardenmarkt, den viele große Institute global längst entdeckt haben.

In Deutschland leben vier Millionen Muslime. Sie essen und trinken nach den Vorschriften des Propheten Mohammed. Sie beten auch danach. Nur für ihre Geldgeschäfte spielten die Lebensregeln des Koran bislang hierzulande keine Rolle. Das soll sich schon bald ändern.

Anfang folgenden Jahres will die erste islamische Bank Scharia-konforme Produkte in Deutschland anbieten. Die Kuveyt Türk Beteiligungsbank wird in der Mannheimer Innenstadt eine Zweigstelle eröffnen. Filialen in anderen Städten sind geplant.

Die Finanzaufseher der BaFin haben der Tochter einer türkisch-kuwaitischen Bank vor kurzem eine eingeschränkte Lizenz erteilt. Sie darf nun Gelder einsammeln, die auf Islam-konforme Konten in der Türkei überwiesen werden.

So bescheiden ging es einst auch in anderen Staaten los. Doch kaum zehn Jahre nach ihrem Start unterhalten in Großbritannien alle wichtigen Großbanken islamische Abteilungen, es gibt allein fünf britische Islambanken.

Nach islamischen Grundsätzen werden mittlerweile weltweit Vermögenswerte von weit über 700 Milliarden Dollar verwaltet. Nur in Deutschland existierte bisher so gut wie kein Angebot.

Grundgedanke des islamischen Bankgeschäfts ist das Zinsverbot des Propheten Mohammed. Wie Jesus laut Neuem Testament war auch der Prophet gegen die Wucherer seiner Zeit vorgegangen, die ihre Zeitgenossen mit Zinsen traktierten - damals mitunter weit über hundert Prozent. Mohammed verbot den Zins kurzerhand, wenn der ohne jede Gegenleistung erhoben wurde. Seit den siebziger Jahren versuchen islamische Banken deshalb, ihren Kunden Finanzdienstleistungen auf Grundlage zinsfreier Transaktionen anzubieten.

Statt Zinsen wird eine Beteiligung an den Gewinnen der Bank versprochen. Es können aber auch Handelsaktivitäten finanziert werden, bei denen der islamische Sparer einen Aufschlag kassiert, der ähnlich hoch ausfällt wie die herkömmlichen Zinsen.

Die Zinslast gilt als Werk des Teufels

Unternehmen, die eine neue Fabrik bauen wollen, nehmen keinen Kredit auf, sondern beteiligen die Investoren an ihrem Erfolg. Wichtig bei all diesen Geschäften im Namen Allahs ist, dass ihnen tatsächlich ein realer Tausch von Gütern oder Dienstleistungen zugrunde liegt. "Der Bezug zur Wirklichkeit muss klar sein", sagt Michael Saleh Gassner, Finanzexperte beim Zentralrat der Muslime in Deutschland.

Seit der Finanzkrise stoßen die Prinzipien der islamischen Investoren auch bei konservativen christlichen Anlegern auf Interesse. Die Grundidee scheint so angenehm fern von jener Spekulationsgier westlicher Finanzmanager.

Zudem hatten sich Aktienindizes, die nach islamischen Prinzipien ausgewählte Unternehmen enthalten, zeitweise besser als vergleichbare ohne konfessionellen Hintergrund entwickelt. Bankgeschäfte nach den Vorgaben der Scharia seien "in der Lage, eine weltweite Führungsrolle zu übernehmen", glaubt Susilo Bambang Yudhoyono, Präsident des bevölkerungsreichsten islamischen Landes Indonesien.

Noch repräsentieren die Koran-konformen Anlagen nur ein Prozent des Gesamtmarkts. Doch die Geschäfte im Zeichen des Propheten wachsen um 15 bis 20 Prozent pro Jahr. Insbesondere die Kunden aus der ölreichen Golfregion bestehen darauf, dass ihr Kapital unter religiösen Gesichtspunkten angelegt wird.

Neben dem Zinsverbot ist auch zu beachten, dass beispielsweise nicht in Glücksspiel oder die Sexindustrie investiert wird. Hochverschuldete Unternehmen werden aussortiert, auch hier gilt die Zinslast als Werk des Teufels.

Mancher Investmentbanker zittert vor religiösen Rating-Agenturen

Der Münchner Versicherungsriese Allianz und die Deutsche Bank haben entsprechende Fonds und Zertifikate aufgelegt, offerieren diese allerdings aktiv nur in islamischen Ländern. "Es ist in der Golfregion eine geschäftliche Notwendigkeit, Scharia-konforme Produkte anzubieten", sagt Hussein Hassan von der Deutschen Bank in Dubai. Mittlerweile sei die Sparte in der Golfregion für 20 bis 25 Prozent des Gewinns verantwortlich.

Dabei gibt es gar keine endgültige Sicherheit darüber, welche Geschäfte mit den Prinzipien des Korans übereinstimmen. Die Banken behelfen sich damit, dass sie möglichst renommierte Islamgelehrte in sogenannte Scharia-Aufsichtsräte berufen, die jedes einzelne Angebot prüfen. In der Golfregion gibt es etwa zehn Geistliche, die mit fast jeder großen westlichen Bank arbeiten und mittlerweile viele Mitarbeiter beschäftigen.

So entstehen quasi religiöse Rating-Agenturen, vor deren Urteil auch mancher Investmentbanker in London zittert. Weil in jedem Land andere Führer den Koran auslegen, hat die Deutsche Bank für ihre Geschäfte in Malaysia, Saudi-Arabien und der Golfregion unterschiedliche Scharia-Aufsichtsräte berufen.

Dass die Geistlichen komplette Märkte mit einer Fatwa lahmlegen können, demonstrierte 2007 Muhammad Taqi Usmani. Der renommierte Rechtsgelehrte aus Pakistan entschied, dass die meisten modernen Ausgestaltungen islamischer Schuldverschreibungen, sogenannte Sukuks, nicht der Scharia entsprechen. Der Bann traf einen Boommarkt, auf dem sich Staaten, Immobilienentwickler und Unternehmen allein im Jahr 2007 knapp 50 Milliarden Dollar besorgt hatten.

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23.10.2009 von Pink: Geschäftsdarlehen

Typisch Islam: Alttestamentliche Anweisungen werden missgedeutet, eine starre Regel daraus gemacht, und schon steht wieder ein selbstgerechtes, heuchlerisches Gerüst, das einen "besser" macht als "die [...] mehr...

23.10.2009 von Pink: Experten im Austricksen

Jüdische Pragmatiker sind Experten darin, ihre Sabbatregeln auszutricksen. Ebenso sind die Islambanken Experten darin, ihre Sharia-Regeln auszutricksen. mehr...

23.10.2009 von moonman: Wo ist der Knackpunkt?

Der für mich ausschlaggebende Unterschied zu den Beispielen die sie angeführt haben ist die Art und Weise wie Gewinn erzielt wird. Bei der Beschreibung einiger Foristen wie z.B. die Wertschöpfung bzw. Giralgeldvermehrung und [...] mehr...

22.10.2009 von haltetdendieb: Also es waren so um die 25 Milliarden!!

..die durch HallalIslambanking versenkt wurden! Wer möchte kann ja gerne sein Geld dort anlegen! http://www.jurablogs.com/de/islam-holdings-sollen-tuerkische-landsleute-um-25-milliarden-betrogen-haben mehr...

22.10.2009 von haltetdendieb: Islambanking

Dann wird halt nur noch im Namen Allahs betrogen und nicht mehr im Namen der Bank! Waren das nicht gerade 400 Millionen (oder waren es gar Milliarden) Euro, die von gutgläubigen Türken in der BRD in der Türkei versenkt wurden! [...] mehr...

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