Von Beat Balzli
Menschen mit einem Vermögen von Hunderten Millionen Schweizer Franken, Dollar oder Euro litten unter den "hohen Erwartungen, die an sie gestellt werden". Zudem seien sie misstrauisch, weil viele in ihrer Umgebung den Kontakt nur des Geldes wegen suchten. Das verursache nicht selten "psychische Probleme und führt in die Isolation". Weber hat jetzt wieder diesen verständnisvollen Blick. Einige seiner Kunden trügen gar "mit Absicht alte Pullis und fahren alte Autos, um nicht als reich erkannt zu werden".
Seit dem Untergang der US-Investmentbank Lehman Brothers machen die Klienten aus Webers Welt nun noch eine weitere schmerzhafte Erfahrung. Sie verlieren Geld. Viel Geld. Allein das Vermögen aller Milliardäre schmolz in der Finanzkrise von 4,4 auf 2,4 Billionen Dollar zusammen, rechnete das US-Magazin "Forbes" vor. Gab es vor der Rezession weltweit 1125 Menschen, die sich Dollar-Milliardäre nennen durften, waren es im März 2009 nur noch 793.
Vermögensberater sind heutzutage gut beschäftigt
So mancher prominente Absteiger aus der Luxusliga verlor dabei einen Teil seines Reichtums in Deutschland (siehe Grafik). US-Investor Christopher Flowers etwa beerdigte seinen Milliardärsstatus in München als Aktionär der verstaatlichten Hypo Real Estate. Madeleine Schickedanz rutschte als Großaktionärin des insolventen Handelskonzerns Arcandor ins Abseits. Adolf Merckle nahm sich gar das Leben, als sein Imperium auseinanderzubrechen drohte.
Vermögensberater wie Weber haben jetzt viel zu tun, auch wenn sein Geschäft so verschwiegen ist, dass er nicht mal die exklusive Schweizer Privatbank genannt sehen möchte, für die er arbeitet.
"Wenn man einen unbändigen Drang verspürt, seiner Familie oder seinen Freunden von diesen hochgestellten Persönlichkeiten zu erzählen, sollte man nicht als Privatbanker arbeiten", empfiehlt Weber, der kürzlich zusammen mit Branchenkollege Stephan Meier ein "Handbuch" für das Geschäft mit den Superreichen veröffentlicht hat - im Bankerjargon Ultra High Net Worth Individuals, kurz UHNWIs genannt.
Diskretes Krisenmanagement ist angesagt
"Meine Frau hat mit der Verschwiegenheit zum Glück keine Probleme, als Gynäkologin kennt sie das Arztgeheimnis", meint Weber. Und seine beiden kleinen Kinder gelten noch nicht als Risikofaktor. Zwar fragten sie nach dem letzten Familienausflug auf der Luxusyacht von Webers bestem Kunden, "warum der Mann so ein großes Schiff hat", aber konkrete Namen und Fakten sagen ihnen nichts.
In solchen Zusammenhängen zitiert Weber gern mal Goethe: "Wer ein Geheimnis bewahren will, muss nicht merken lassen, dass er eins besitzt."
Und Geheimnisse gibt es noch viele: Weltweit leben rund 20.000 UHNWIs, über ein Viertel davon in den USA. In Deutschland zählen die Experten immerhin noch 1150. Sie alle eint ein Vermögen von mindestens 50 Millionen Dollar. In dieser Sphäre ist seit geraumer Zeit diskretes Krisenmanagement angesagt. "Wir arbeiten wie ein Coach, der die richtigen Fragen stellt", umschreibt Weber seinen Job.
Vor allem mit Familienunternehmen "gab es Schwierigkeiten", erzählt er. Die seien zum Teil sehr hoch verschuldet. "Ich suche zum Beispiel dringend einen Käufer für eine riesige Kunstsammlung", verrät Weber, dessen Mitleid mit seiner Kundschaft sich in Grenzen hält.
Jagd auf die Steuersünder
Grund: An ihrem Lebensstil müssen die Betroffenen meist nichts ändern, weil der Verkauf von Villen oder Luxusautos einfach zu wenig bringt. Der Anteil der Unterhaltskosten am Gesamteinkommen ist zu vernachlässigen. Und natürlich leisten sie sich auch noch jemanden wie Weber, wenngleich in dessen Schweizer Heimat das Bankgeheimnis allmählich zerbröselt.
Der Berater gibt sich gelassen. Die meisten seiner Kunden stammen aus dem Mittleren Osten. Das Bankgeheimnis interessiere die zwar sehr, aber nicht wegen der Steuern, sondern wegen "des Schutzes der Privatsphäre". Das Minarettverbot, für das die Schweizer vor kurzem bei einer Volksabstimmung votiert haben, sorge indes für keine messbaren Geldabflüsse.
Datenverrat wie beim Schweizer Ableger der britischen HSBC oder der Liechtensteiner Fürstenbank LGT beunruhigt Weber viel mehr. Bei der LGT hatte ein Ex-Mitarbeiter Mitte 2007 für knapp fünf Millionen Euro Kontoinformationen an den Bundesnachrichtendienst verkauft. Ein Ex-Mitarbeiter der HSBC lieferte Kontoinfos an den französischen Staat. Zurzeit jagt der Fiskus die Steuersünder.
Weber rät da dringend zur Aufrüstung. "Kontoinformationen müssen mit einem Codenamen verbunden sein und nie mit dem echten Namen des Kunden", sagt er.
Bankcomputer dürften weder über CD-Brenner noch Anschlüsse für Speichersticks verfügen. Dokumente sollten nur in Ausnahmefällen überhaupt das Haus verlassen.
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Bei diesem Satz mögen Sie Recht haben: Die sind noch schlimmer! mehr...
Warum? Sie hat es geerbt, wie sie schon richtig schreiben. Vielleicht hat sie nicht so viel Ahnung vom Kaufhausgeschäft und vertraut es lieber ausgewiesenen Fachleuten an. Was wurde Middelhoff am Anfang gelobt und was stieg der [...] mehr...
Vorweg: Dann würde es wieder Handel zwischen min.zwei Akteuren geben, der sich bei Mehrung der Akteure zu einem Markt entwickelt. Werden Transaktionen komplexer entwickeln sich der kleine Markt zu einem großen also zu Börsen, [...] mehr...
Wie man aus den einschlägigen Sendungen des Bildungsfernsehens weiß, als da wären: Dallas, GZSZ, Sturm der Liebe usw.usf. mehr...
Die meisten hier lästerten und höhnten um die Wette. Aber versetzt euch mal in deren Lage. Ihr werdet mit dickem Bankkonto geboren - damit is die Nase markiert und jeder sieht euch schief an, wenn etwas nicht perfekt läuft. [...] mehr...
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