SPIEGEL: Herr Robben, mit welchen Gefühlen kehren Sie als Teilnehmer des Champions-League-Finales zurück nach Madrid?
SPIEGEL: Zu Beginn der Saison gehörten Sie bei Real Madrid zu den überzähligen Stars, die nach Investitionen von mehr als 250 Millionen Euro für Neueinkäufe abgeschoben werden mussten.
Robben: Es war ja der Traum von Real Madrid, in dieses Endspiel im eigenen Bernabéu-Stadion zu gelangen, dafür haben sie vor der Saison so teure Spieler gekauft. Es ist nicht gelungen. Ich, der nicht dableiben durfte, stehe dagegen nun dort im Finale, mit dem FC Bayern.
SPIEGEL: Fühlten Sie sich in Madrid gedemütigt?
Robben: Ich wollte ja bleiben, und ich hatte genügend Selbstvertrauen, dass ich mich trotz der Neueinkäufe um Kaká und Cristiano Ronaldo in der Mannschaft würde durchsetzen können. Aber Trainer Manuel Pellegrini sagte mir irgendwann, er habe Order, dass ich verkauft werden müsse. Außer mir und Wesley Sneijder gab es kaum Spieler, für die sie noch nennenswerte Transfereinnahmen erwarten konnten. Wir waren vor Saisonbeginn sechs Holländer im Kader, und ich hatte das Gefühl, dass gegen uns Politik gemacht wurde, auch über die Presse. Wir wurden in manchen Blättern schon gar nicht mehr beim Namen genannt. Die Holländer, hieß es immer nur.
SPIEGEL: Bayern hat Sie aufgefangen. Der Wechsel wirkte erst wie ein Abstieg.
Robben: Bayern war eine super Lösung. Als ich nach München kam, sagten sie mir noch, man wolle eine Mannschaft aufbauen, die in zwei, drei Jahren mal wieder in der Champions League oben mitmischen kann. Jetzt sind wir schon im ersten Jahr im Finale, das ist unglaublich.
SPIEGEL: Ist die deutsche Bundesliga wieder ein attraktiver Fußballstandort für Topspieler aus aller Welt?
Robben: Ich denke schon. Die Bundesliga wird voraussichtlich wieder einen vierten Startplatz in der Champions League erhalten, und es werden wohl noch ein paar mehr große Spieler kommen.
SPIEGEL: Im Werben um Stars locken die Clubs gern mit Geld und einer Bühne, auf der man Titel gewinnen und seinen Marktwert steigern kann. Der FC Bayern preist neuerdings zusätzlich eine Wohlfühlatmosphäre an, der Club sei wie eine Familie. Wie viel davon ist Propaganda?
Robben: Es ist schon eine andere Kultur als etwa beim FC Chelsea oder Real Madrid. Man hört oft, dass Bayern ein familiärer Verein sein soll, aber wenn man dann hier ist, sieht man: Es stimmt wirklich. Sie haben sich hier um alles gekümmert, um meine Familie, mein Haus, um alles.
SPIEGEL: Dass sie Spieler umgarnen, die sie unbedingt bekommen oder behalten wollen, ist verständlich. Derzeit bemüht sich der Club besonders, Franck Ribéry zu gefallen, selbst für seine Verwicklung in eine Pariser Nachtclubaffäre wird ihm noch Unterstützung zugesagt. Hat Bayern schlicht Angst, ihn in einer Zeit unsicherer Transferpreise zu verlieren?
Robben: Ich glaube nicht, dass dies Berechnung ist. Der Verein will, dass sich die Spieler nur noch auf ihre Arbeit auf dem Platz konzentrieren müssen, daher nimmt er uns vieles ab. Der Vorstand kommt jede Woche bei uns Spielern vorbei, das kannte ich so nicht.
SPIEGEL: Noch im Herbst stand der ganze schöne Zusammenhalt auf der Kippe. Wie hat Ihr Landsmann Louis van Gaal, der damals den Rauswurf als Trainer fürchten musste, die Kurve gekriegt?
Robben: Er hat nun mal seine eigene Strategie, seinen ganz eigenen Fußball. Wenn man seine Trainerstationen verfolgt hat, weiß man: In den ersten Monaten ist es meistens schwierig, dann aber hat er Erfolg. Die Spieler müssen ihn erst verstehen.
SPIEGEL: Er hat die Fußballkultur des dominanten Offensivspiels mit langen Passkombinationen eingeführt, eine durchaus niederländische Spielart. Ist das schwieriger und höher einzuschätzen als der Konterstil englischer Prägung, das schnelle Spiel in die Spitze?
Robben: Zumindest haben wir es auf unsere Weise in der Rückrunde ein paarmal geschafft, unsere Gegner mit unseren Pässen müde zu spielen, und dann konnten wir umso schöneren Fußball zeigen. Wir Spieler mussten uns nur an van Gaals System gewöhnen.
SPIEGEL: Anfangs sah es nach nervtötendem Ballgeschiebe aus. Die Kritiker wurden ungeduldig.
Robben: Wir Spieler nicht. Wir sind immer ruhig geblieben, was sollten wir auch sonst machen? Wir haben hart trainiert, und es wurde besser, dann wieder eine Woche trainiert, und es wurde noch besser. Das ist van Gaals Verdienst.
SPIEGEL: Womöglich war aber gar nicht van Gaals System der Schlüssel zum Erfolg der Bayern, sondern der Vorstandsbeschluss nach drei Spieltagen, Sie aus Madrid zu holen. Sie haben mit Ihren Toren, vorzugsweise in der Schlussphase der Begegnungen, viele wichtige Spiele entschieden.
Robben: Natürlich haben Spieler individuelle Qualitäten. Aber nur wenn die ganze Elf gut spielt, haben wir in den letzten 15 Minuten vorn mehr Raum, weil die Gegner nicht mehr so viel laufen können.
SPIEGEL: Und warum haben Sie selbst zum Schluss noch so viel Luft, zum Beispiel für einen Sprint mit Ball über 60 Meter wie in der Verlängerung des DFB-Pokal-Halbfinalspiels bei Schalke 04?
Robben: Spätestens nach diesem Tor war ich sicher, dass ich physisch wieder voll in Ordnung bin. Das liegt auch am Training. Wir trainieren hier härter und mehr.
SPIEGEL: Das Bayern-Training ist härter als das bei Real Madrid und beim FC Chelsea?
Robben: Ja, in Madrid zumindest war es ruhiger. Da waren nur die Spiele wichtig.
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Waldhof Mannheim Beste :p mehr...
man sollte etwas bescheiden sein mit Aussprüchen " wir spielen sie müde", obwohl ich natürlich für die Bayern bin mehr...
Zu dieser angeführten (eventuellen) Arroganz kann ich nichts sagen. Ich bin kein Fan, nicht einmal von BayM. Für Meppen könnte ich mich aber wieder erwärmen. mehr...
Da fällt mir noch was ein: auch wenn mir die Bayern inzwischen sympathisch sind, für die Fans gilt das noch lange nicht. Die alte Arroganz scheint noch nicht verflogen... mehr...
allein deshalb? Lassen Sie den Daumen weg - solche brauchen die Bayern nicht und auch sonst niemand. Meppen und Waldhof M. können den 4. CL-Platz sowieso nicht nutzen. mehr...
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