Von Christoph Pauly und Thomas Schulz
Das Städtchen New Haven liegt nur zwei Stunden nordöstlich von New York am Atlantik, die Elite-Uni Yale hat hier ihren Campus, und besonders schön ist es im Herbst, im berühmten "Indian Summer".
"Die Deutsche Bank hat in den vergangenen Jahren mit Abstand die meisten Zwangsversteigerungen bei uns veranlasst", sagt Eva Heintzelman. Sie ist Chefin der Hilfsorganisation Roof, die sich in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung um die Folgen der Immobilienkrise in der Stadt kümmert. So groß sei die Rolle des Frankfurter Instituts in New Haven, sagt Heintzelman, dass der Bürgermeister vergangenes Frühjahr auf ein Treffen mit den Verantwortlichen der Bank drängte.
Tatsächlich flog im April 2009 ein Manager der Deutschen Bank zu einer Fragestunde mit Politikern und Hilfsorganisationen ein. Doch er kam nicht aus Deutschland, sondern aus Kalifornien: David Co managt das Geschäft mit amerikanischen Immobilien für die Frankfurter Bank in einer kaum bekannten Tochterfirma in einer kaum bekannten Außenstelle in Santa Ana.
Für wie viele Häuser er landesweit zuständig sei, wurde Co gefragt. "2000", sagte er. Aber dann korrigierte er sich. Das sei nicht die Zahl der Wertpapiere, sondern die der Wertpapierpakete, die von der Deutschen Bank verwaltet werden. Und in jedem Paket stecken Hunderte Immobilienkredite. Wie viele Häuser also sind es nun insgesamt? Co konnte nur schätzen: "Millionen".
Deutsche Bank gilt als "Amerikas Zwangsversteigerungs-König"
Die Spur der Deutschen Bank zieht sich quer durch den gesamten amerikanischen Immobilienmarkt: In Chicago ließ die Deutsche Bank 2009 fast 600 große Apartmenthäuser zwangsversteigern, mehr als jede andere Bank vor Ort. In Cleveland wurden den Behörden für die Jahre 2002 bis 2006 fast 5000 von der Deutschen Bank zwangsversteigerte Häuser gemeldet. In zahlreichen US-Städten stapeln sich die Klagen von Hausbesitzern, die im Auftrag der Frankfurter Bank ihren Besitz verloren haben. Im Internet wird sie als "Amerikas Zwangsversteigerungs-König" beschimpft.
Die amerikanischen Hausbesitzer gehören zu den Hauptleidtragenden der Finanzkrise, die mit dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts begann. Jahrelang hatten die Banken Kredite an Hauskäufer vergeben, ohne sich darum zu kümmern, ob die sich einen Kredit überhaupt leisten konnten. Sie verpackten die Schulden in komplizierte Finanzprodukte und verdienten damit Milliarden. Bis die Blase platzte und der Staat die Banken retten musste.
Die Deutsche Bank hat immer so getan, als hätte sie mit dem Ganzen wenig zu tun. Sie selbst hat die Krise relativ unbeschadet und ohne Staatshilfe überstanden. Ihre Experten erkannten früh, dass es so nicht weitergehen konnte. Die Bank stieg deshalb aus vielen Geschäften rechtzeitig aus und musste am Ende nicht so hohe Abschreibungen wie andere Kreditinstitute verkraften.
Doch nun wird offenbar, wie tief das Institut in den US-Immobilienmarkt und auch in das Geschäft mit Schrott-Hypotheken verstrickt ist. Die Bank hat möglicherweise keine hohen Verluste zu befürchten. Aber der Image-Schaden wird immer größer.
"Die Deutsche Bank ist dabei, Milwaukee zu zerstören"
Nach Auskunft des Einlagensicherungsfonds FDIC hält die Deutsche Bank unmittelbar Kredite für amerikanische Ein- und Mehrfamilienhäuser über rund 3,7 Milliarden Dollar. Dabei handelt es sich jedoch, so die Bank, um Immobilienkredite an vermögende Privatkunden.
Brisanter sind die knapp eine Million US-Immobilien, die die Bank nach eigenen Angaben als Treuhänder verwaltet. "85 bis 90 Prozent aller ausstehenden Hypotheken in den USA werden letztlich von vier Banken entweder als Treuhänder oder Eigentümer einer Treuhandgesellschaft gehalten", sagt Immobilienexperte Steve Dibert, dessen Firma landesweit in Hypothekenbetrugsfällen ermittelt. "Die Deutsche Bank ist eine der vier."
Zudem konstruierte die Bank mehr als 25 hochkomplexe Immobilienwertpapiergeschäfte, sogenannte CDOs, mit einem Wert von rund 20 Milliarden Dollar, die größtenteils zusammenbrachen. Solche Papiere lösten die Finanzkrise mit aus.
Am vorvergangenen Donnerstag wurde Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann erstmals öffentlich mit der Unruhe in den amerikanischen Städten konfrontiert. Es seien vor allem Deutsche gewesen, die Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin aufgebaut hätten, klagte die Politikprofessorin Susan Giaimo auf der Hauptversammlung seines Instituts: "Und jetzt ist die Deutsche Bank dabei, Milwaukee zu zerstören."
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nein, ich habe das schon richtig verstanden. Ausfallversicherungen SIND Tagesgeschäft. Und die wollen Sie ja auch abschaffen. Was dachten Sie denn, wie sich die Banken gegen Verluste absichern sollen, wenn sie weder auf den [...] mehr...
sehen Sie doch endlich ein, daß in den USA Immobilienkredite so laufen wie sie eben laufen, und demnach ist eben die Kreditsicherheit die Immobile. Ein Kredit wird durch einen Sachwert abgesichert - was könnte einfacher sein. [...] mehr...
Blödsinn Die Sparkssen sind am allerwenigsten in der Finanzkrise gerupft worden ---Zitat--- Risikolos ist der nur, wenn der Staat verantwortungslos "Rettungspakete" schnürt. ---Zitatende--- Oder wenn man Krete [...] mehr...
Sie haben es komplett falsch verstanden Diese Ausfallversicherungen *sind Tagesgeschäft* ich bin ein Gegener dieser Ausfallversicherungen Und ja, die "Geldmenge" hat sich eben massiv erhöht, von 50 Bio [...] mehr...
Stimmt ganz und gar nicht Natürlich ist die Immobilie die Absicherung für die Bank Gleichzeitig jedoch kann der Kredit an sich gegen einen Ausfall abgesichert werden (u.a. unter Zuhilfenahme der Immobilie) Was unterm Strich [...] mehr...
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