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Ausgabe 24/2010
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14.06.2010
 

Zeitgeschichte

Rassenforschung am Rechner

Von Hilmar Schmundt

Konrad Zuse: Rassenforschung am Rechner
Fotos
picture-alliance / dpa

Er entwickelte die erste programmierbare Rechenmaschine der Welt: Deutschland feiert den 100. Geburtstag von Konrad Zuse. Stand der Computerpionier dem Nazi-Regime näher als bekannt?

Mitten im Wohnzimmer steht ein zwei Meter hohes Gerüst mit blinkenden Lämpchen. Hunderte blaue Relais-Schalter trommeln den Takt, klack-klack, klack-klack, klack-klack.

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Die Zeit wird knapp. In einer Woche soll der wohl langsamste Computer der Welt fertig sein.

"Ich muss mich ganz schön beeilen", sagt Horst Zuse, 64. Er hat einen Lötkolben in der Hand, der Boden ist übersät mit Kabeln. Selbst nachts und am Wochenende arbeitet er.

Normalerweise lehrt der weißhaarige Herr als Dozent an der TU Berlin; doch in diesen Tagen ist er hauptamtlich als Sohn eines deutschen Genies tätig. In seiner Berliner Dachgeschosswohnung baut Horst Zuse jenen Apparat nach, den sein Vater 1941 entwickelte: die Z3, die erste frei programmierbare Rechenmaschine der Welt.

Der eigenwillige Bauingenieur wäre am 22. Juni 100 Jahre alt geworden. Sein Sohn reist quer durchs Land zu Festakten und Podien zu Ehren des Pioniers. Das Bundesfinanzministerium steht Pate für eine Zuse-Sonderbriefmarke, die seit vorigem Donnerstag verkauft wird, sowie für eine Sammlermünze aus Silber (Stückpreis 15 Euro) mit der Randschrift "Visionär zwischen null und eins".

Seit den Siebzigern als der Erfinder des Computers anerkannt

Jahrzehntelang blieb Zuse die Anerkennung verwehrt, denn kurz vor Weihnachten 1943 wurde die Z3 bei einem Luftangriff zerstört. Sein Patentantrag blieb unbearbeitet liegen. Schließlich baute Zuse den zerstörten Rechner im Jahre 1961 noch einmal - alles vergebens. Das Bundespatentgericht lehnte seinen Antrag 1967 ab, "mangels Erfindungshöhe". Damals galten Amerikaner als Erfinder des Computers.

"Diese Diskussion ist heute erledigt", sagt Horst Zuse. "Seit den Siebzigern ist der Vater weltweit als der Erfinder des Computers anerkannt."

Sein Ur-Computer lief mit einer Taktung von rund 5 Vorgängen pro Sekunde, milliardenmal langsamer als ein handelsüblicher PC heute. Doch Anfang der vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts war dies eine technische Sensation. Zum Zuse-Mythos gehört auch, dass er die ersten Rechenmaschinen im Wohnzimmer seiner Eltern in Berlin zusammenlötete. Seine Begründung: "Ich war zu faul zum Rechnen."

Seine Freunde bastelten ihm Bauteile mit der Laubsäge, seine Schwester steuerte Geld bei, ein Onkel alte Ufa-Filmrollen, in denen der Code mit Löchern eingestanzt wurde - ein sehr deutsches Start-up anno 1936, ein Familienidyll.

Zuse selbst stellte sich als eher unpolitischen Visionär dar. Als der Krieg begann, entging er dem Frontdienst, weil er beim Flugzeughersteller Henschel arbeitete. Als Statiker berechnete er Flügelprofile für Gleitbomben. Später schrieb er: "Aber ich lebte vollkommen in der gerade erschlossenen Welt der neuen Ideen." In seiner Freizeit baute er Rechenmaschinen. Zwar demonstrierte er die Z3 Vertretern verschiedener Dienststellen; doch bevor der Rechner von den Nazis genutzt werden konnte, wurde er zerstört. Alles ganz harmlos also?

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insgesamt 60 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.06.2010 von qaridarium: Transhumanistische Gehirnprothese namens Computer

Meine Originale Antwort wurde wohl zensiert hier also mein zweiter versuch. Schlag "Möge" im Wörterbuch nach dann wirst du feststellen das es mein Wunsch für die Menschheit ist und nicht wie du es verstanden hast [...] mehr...

22.06.2010 von mavoe: Am Anfang...

...war das Feuer. Dann kam das Rad. Dann kamen Streitwagen und Panzer. Es kamen ja dann auch Dampfmaschinen und Dieselmotoren. Letztendlich kamen Computer, und da ist in der Tat viel Erleichterung menschlichen Werkelns [...] mehr...

22.06.2010 von chrome_koran: Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Sind Sie es, der Sie seinerzeit den weltweiten Bedarf an Computern auf höchstens fünf geschätzt hatten? Oder derjenige Leiter des US-Patentamtes, der behauptete, alles sei bereits erfunden worden? Das mit dem [...] mehr...

22.06.2010 von mavoe: Oywey

Wie können von erleuchteten Menschen erfundene Dinge die Menschheit erleuchten? Da rattert halt eine programmgesteuerte Zuse-Turing-von Neumann-Maschine wahnsinnig schnell vor sich hin. Elektronisches Rattern heutzutage. mehr...

22.06.2010 von mr.gamer: Kleine Korrektur:

Ein Betriebssystem läuft z.B. in einer Endlosschleife. Regelungsaufgaben genauso, sofern sie mit einem sequentiellen Programmablauf verarbeitet werden. [...] mehr...

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