AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 30/1995

Hiroshima "Gott, was haben wir getan?"

Die unheimliche Geschichte der ersten Atombombe (III).
Von Peter Wyden


Vor 16 Stunden hat ein amerikanisches Flugzeug über Hiroschima, einer wichtigen japanischen Militärbasis, eine Bombe abgeworfen. Sie hatte eine Sprengkraft von mehr als 20.000 Tonnen TNT."

Mit diesen Worten trug der Pressesprecher des Weißen Hauses am 6. August 1945 um 10.45 Uhr in Washington die offizielle Verlautbarung seines Präsidenten Harry S. Truman vor.

Die ersten Reporter stürzten schon zum Ausgang, als der Sprecher weiterlas: "Es handelt sich um eine Atombombe. Sie verkörpert die Nutzbarmachung der elementaren Kräfte des Universums."

Professor J. Robert Oppenheimer, der wissenschaftliche Leiter des geheimen Manhattan-Projekts zur Entwicklung und Produktion der A-Bombe in Los Alamos, empfing die Nachricht telefonisch. Ihm wurde bestätigt, was er vorausgesagt hatte - die Bombe sei "wahrhaftig mit einem großen Knall" explodiert.

Oppenheimer sah stolz und erleichtert aus, als er seiner Sekretärin Anne Wilson eine knappe Mitteilung über den "erfolgreichen Kampfabwurf" diktierte.

"Bald darauf brach die Hölle los, als hätten wir das traditionelle Army-Navy-Footballspiel gewonnen", erinnerte sich Anne Wilson. Oppenheimer hielt eine Ansprache vor versammelter Mannschaft im Theatersaal, wo er seine Kolloquien abzuhalten pflegte. Der geborene Selbstdarsteller Oppenheimer war auf dem Höhepunkt angelangt, und das kostete er in vollen Zügen aus.

Zu den Kolloquien war er mehr oder weniger pünktlich durch einen Seiteneingang auf die Bühne gekommen. An diesem Tag jedoch betrat er den Saal mit erheblicher Verspätung und durchmaß den Gang durch den gesamten Zuschauerraum. Oppenheimer versuchte gar nicht erst, die klatschenden, trampelnden und johlenden Wissenschaftler zu beruhigen. Mit über den Kopf erhobenen Händen, in der klassischen Boxer-Siegerpose, bestieg er das Podium, immer noch umjubelt vom Publikum. Sie alle feierten ihren Sieg.

Eine abendliche Party in den Männerunterkünften kam nur schleppend in Gang. Es war, als könnten sich die Gäste nicht darüber klarwerden, ob Freude an diesem Tag wirklich angebracht sei. In einer Ecke zeigte Oppenheimer seinem Stellvertreter Robert F. Bacher, dem Leiter der Abteilung für Experimentelle Physik, ein Telex aus Washington mit Berichten über das Ausmaß der Zerstörung in Hiroschima.

Beide wurden immer niedergeschlagener. Von den Spätfolgen der Strahlung ahnten sie freilich noch gar nichts. Als sie die Party verließen, sah Oppenheimer draußen einen seiner Wissenschaftler, der sich in die Büsche verzogen hatte, um sich zu übergeben. "Die Reaktion hat eingesetzt", sagte er sich.

Am selben Tag auf Farm Hall, einem großen Landsitz in der Nähe von Cambridge in England: Der Berliner Chemiker Otto Hahn, Entdecker der Kernspaltung, war hier zusammen mit den führenden Atomforschern Deutschlands interniert. Es war um die Abendessenszeit, als der britische Major, der die Gruppe betreute, mit einer Flasche Gin in der Hand bei Hahn anklopfte und ihm vom Atombomben-Abwurf über Hiroschima berichtete.

"Ich wollte es nicht glauben", schrieb Hahn in sein Tagebuch. Er war "unglaublich geschockt und niedergeschlagen". Der Tod so vieler "unschuldiger Frauen und Kinder war kaum zu ertragen".

Hahn stärkte sich mit einem Gin, bevor er zum Abendessen ging, wo der Major den anderen die Nachricht überbrachte. Im Mittelpunkt der folgenden erregten Diskussion stand der Nobelpreisträger Werner Heisenberg, Leiter der ruhmlosen deutschen Bemühungen, eine Atombombe zu bauen.

Hahn: "Wenn die Amerikaner eine Uranbombe haben, dann seid ihr alle zweitklassig. Armer alter Heisenberg!"

Heisenberg: "Haben sie das Wort Uran gebraucht?"

Hahn: "Nein."

Heisenberg: "Dann hat es auch nichts mit Atomen zu tun . . ."

Stundenlang stritten die Wissenschaftler über Ethik und Machbarkeit der Atombombe, nannten sie "entsetzlich" und "irrsinnig". Sie kamen nicht darauf, wie die Amerikaner die technischen Probleme gelöst haben könnten, an denen sie gescheitert waren.

Hahn empfahl zum Abschluß der Debatte, darauf zu wetten, daß alles ein großer Bluff der Amerikaner sei. Er selbst schien davon nicht überzeugt. Er wirkte so verstört, daß Heisenberg und die anderen fürchteten, er könne sich das Leben nehmen.

Heisenberg äußerte später harsche Selbstkritik: "Eine Schande, daß wir, die Professoren, die daran gearbeitet haben, nicht einmal dahintergekommen sind, wie sie es gemacht haben."

Die Wirkung entsprach den Erwartungen der Amerikaner. Sechs Tage nach Abwurf der zweiten Atombombe - genannt "Fat Man" - auf Nagasaki hatte Japans Kaiser Hirohito am 15. August 1945 über den Rundfunk das Ende des Krieges verkündet.

In Hiroschima begann Michihiko Hachiya, Direktor des Fernmelde-Krankenhauses, allmählich das Ausmaß der medizinischen Katastrophe zu sehen, wenn auch nicht zu begreifen.

Jeder fünfte Patient hatte die roten Blutflecken auf der Haut. Je näher sich die Patienten zum Zeitpunkt der Explosion am Hypozentrum aufgehalten hatten, desto häufiger waren diese Symptome zu sehen. Es mußte einen Zusammenhang zwischen der Bombe und den Flecken geben.

Zu Beginn der dritten Woche nach der Bombenexplosion starben die ersten dieser Patienten. Von Tag zu Tag stieg die Todesrate, während andere mit wesentlich bedrohlicher erscheinenden Krankheitsbildern am Leben blieben. Ängstlich inspizierten Patienten wie Ärzte ihre Körper.

Bei vielen Erkrankten lag die Zahl der weißen Blutkörperchen zwischen 500 und 600. Kritisch sind Werte um 3000, normal zwischen 5000 und 6000. In seinem Tagebuch notierte Hachiya: "Irgendeine toxische Substanz muß dafür verantwortlich sein."

Vom 21. August an verloren Patienten büschelweise ihre Haare. Der Doktor zog verständlicherweise auch an seinen. Nicht viele hatte er in der Hand, aber es reichte, daß ihm schlecht wurde vor Angst.

Nur zwei Tage später setzte eine unerklärliche Wende zur Besserung ein. Einige Patienten erholten sich, die Flecken verblaßten. Einigen der total kahlköpfigen Patienten schien es sogar gutzugehen, so daß der Arzt aufschrieb: "Haarausfall kann nicht länger als Ankündigung des Todes gelten." Am gefährlichsten schien ihm nun die Kombination der Symptome Mundschleimhautentzündung (Stomatitis), Fieber und niedrige Leukozytenwerte.

Die erste Autopsie eines Bombenopfers aus dem Fernmelde-Krankenhaus - ganze vier Wochen nach dem Abwurf der Bombe - ergab, daß die roten Hautflecken die vergleichsweise harmlosen äußeren Anzeichen für furchtbare innere Verletzungen waren. Der Patient war an inneren Blutungen in Magen, Darm, Leber und dem Bauchraum gestorben.

Ohne sich mit jemandem außerhalb Hiroschimas austauschen zu können, ohne eine Behandlungsmethode zu wissen, gab Klinikchef Hachiya dem mysteriösen Leiden einen Namen: "Strahlenkrankheit". In einer Bekanntmachung, die im ganzen Krankenhaus aushing, empfahl er den Strahlengeschädigten, sie müßten "unbedingt Verletzungen und Anstrengungen vermeiden, weil ihre körpereigene Abwehr geschwächt" sei.

Endlich wurde Hachiya klar, warum so viele Patienten, denen es scheinbar gutging, ohne erkennbaren Grund gestorben waren. Und warum in der ganzen Stadt Überlebende, die sich kräftig fühlten und versuchten, ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen, nur auf Abruf lebten. Sie wußten nichts von ihren inneren Verletzungen. Niemand sagte ihnen, daß der Versuch, ein normales Leben zu führen, tödlich sein könnte. Sie mußten auf ihre Tatami-Matten und Ruhe halten.

Daß sich Katsuko Horibe, die 18jährige Lehrerin von der Honkawa-Schule, genau richtig verhielt, war reiner Zufall.

Gepeinigt von der Strahlenkrankheit mit all ihren Symptomen, blieb die junge Frau, die zu ihrer Familie aufs Land geflüchtet war, vor Erschöpfung einfach sechs Monate lang liegen. Dann ging es ihr langsam besser. Es gab zwar keine medizinische Versorgung, aber genügend Lebensmittel, denn die Familie besaß ein Feld mit Weizen, Kartoffeln und Rettichen.

Als der August zu Ende ging, starben in Hachiyas Klinik immer mehr Menschen an schweren inneren Blutungen. Jede obduzierte Leiche wies organische Veränderungen auf. Das Blut der Toten war auch sieben Stunden nach Eintritt des Todes noch nicht geronnen. Blutungen und Gerinnungsstörungen hatten dieselbe verheerende Ursache: einen Mangel an Blutplättchen.

Die USA hatten großes Interesse an den Auswirkungen der Bombe auf den Menschen. Im September 1945 entsandten sie Oberst Stafford Warren, den Chef-Mediziner vom Manhattan-Projekt, nach Hiroschima, um die Situation zu begutachten. Bald darauf kabelte der Vertrauensmann des militärischen Projektleiters General Leslie Groves nach Washington: "Anzahl der Toten oder Verletzten unbekannt. Vorausgegangene Untersuchung läßt aber darauf schließen, daß nur ein kleiner Prozentsatz der Verletzten überlebt hat."

Mit dieser angenehm vagen Antwort war General Groves zufrieden. Während die Bombe in Hiroschima den Namen "Ayamachi" erhalten hatte - "der Fehler" - stellte Groves die Entfesselung der Nuklearenergie als große Errungenschaft hin, als Füllhorn militärischer Macht und wirtschaftlichen Überflusses. Sich selbst etablierte er für lange Zeit als die Ikone jeglichen nuklearen Fortschritts.

Als er am 28. und 29. November 1945 den Bericht über seine Kriegsmission vor einem neugegründeten Atomenergie-Sonderkomitee des US-Senats abstattete, gratulierten ihm die Senatoren für seine "glänzende Organisation" und seine "großartige Arbeit". Ehrerbietig lauschten sie den höchst verbindlichen Antworten auf ihre Fragen.

Ein Senator wollte wissen, wie es einem Strahlenopfer so erginge. "Der Betroffene kann so viel abbekommen, daß er sofort stirbt", erklärte Groves, "oder er bekommt weniger ab, woran er immer noch relativ schnell stirbt, ohne unnötig lange zu leiden. Dies sagen die Ärzte, und sie sagen sogar, es sei eine sehr angenehme Art zu sterben." Niemand stieß sich an dieser ungeheuerlichen Lüge.

Dem Mediziner Warren gingen erst später die Augen auf. Er wurde 1946 zum Leiter der Abteilung für Strahlensicherheit bei den Crossroads-Atomtests in einer Lagune des Bikini-Atolls ernannt. "Crossroads", zu deutsch Scheideweg, wurde für den Arzt zum persönlichen Omen, eine "Erfahrung, die ich nicht noch einmal machen will".

Während dieser Versuche spritzten eine Million Tonnen radioaktiven Wassers auf ausrangierte Marineschiffe, die als militärische Ziele dienten. "Art und Ausmaß der Kontamination waren vollkommen unvorhergesehen", hieß es in einem offiziellen Bericht. Man befahl einem Teil der 42.000 Soldaten vor Ort, die Schiffe unter "extrem gefährlichen Bedingungen" (Warren) zu reinigen. Matrosen schliefen nur mit Shorts bekleidet auf den verseuchten Decks in der Nähe sogenannter "hot spots", wo die Radioaktivität bis zum Hundertfachen über dem zulässigen Grenzwert lag.

Der Skandal blieb bis 1983 unterm Teppich. Warren, der diesen Fall analysiert hatte, kam frühzeitig zu dem Schluß, daß die Strahlungsrisiken für die Wissenschaft nach wie vor "terra incognita" blieben und daß die Gefahren weit größer waren, als irgendwer ahnen konnte.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kam 1946 die von Präsident Truman eingesetzte Untersuchungskommission mit dem Namen "U.S. Strategic Bombing Survey". Dieses Gremium unter der Leitung des späteren Top-Abrüstungsexperten Paul Nitze hatte die Aufgabe, die Auswirkungen aller Weltkrieg-II-Bombardements zu bewerten. Die Kommission stellte fest, frühere Schätzungen der Anzahl von Strahlentoten lägen "viel zu niedrig". Sie stimmten auch der Erkenntnis des zivilen Strahlenexperten des Manhattan-Projekts, Dr. Robert S. Stones von der University of California in Berkeley, zu: "Wir wissen nichts über den grundlegenden Aktionsmechanismus von Strahlung auf lebendes Gewebe."

In einem streng geheimen Memorandum an seinen militärischen Vorgesetzten, den "Manhattan"-Waffenexperten und späteren Admiral William "Deke" Parsons, beklagte sein ehemaliger Mitstreiter Warren damals, daß alle während des Krieges geltenden Strahlungsgrenzwerte das Ergebnis purer Hochrechnungen gewesen seien und neue Festsetzungen "kaum das Papier wert wären, auf dem sie gedruckt" würden.

Nachdem Warren als Medizinprofessor an die University of Rochester ins Zivilleben zurückgekehrt war, wollte er zu Studenten über seine Crossroads-Erfahrungen sprechen. Die Genehmigung dazu mußte General Groves erteilen, aber der sah in Warrens Ansinnen eine Bedrohung der militärischen Sicherheit und lehnte umgehend ab.

Warren starb 1981. Zwei Jahre nach seinem Tod kamen seine Auswertungen der Versuche an die Öffentlichkeit. Sie dienten einer Gruppe geschädigter Marine-Veteranen als Beweismaterial im juristischen Streit um medizinische Versorgung durch den Staat.

Dem Mediziner Warren war klargeworden: Radioaktiv "kontaminierte Gebiete müßten geräumt werden. Daraus ergibt sich, daß der Krieg an sich untragbar ist. Die Bombe zu ächten ist keine Lösung. Der Krieg selbst muß verhindert werden".

Bis heute weiß niemand, wie viele Menschen 1945 in Hiroschima und Nagasaki allein durch die Strahlung zu Tode kamen. Laut Stuart C. Finch, ehemals Forschungsdirektor der offiziellen "Stiftung zur Erforschung der Strahlungsfolgen", starben neben den Opfern der Druck- und Hitzewelle allein in Hiroschima mindestens 20.000 Menschen an der Radioaktivität, weitere 20.000 erlitten Strahlenschäden. Diese Schätzungen gelten als "konservativ". Die wirklichen Zahlen werden wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben.

J. Robert Oppenheimer, der als Schöpfer der A-Bombe in die Geschichte eingehen sollte, wurde ihr Gegner. Nach dem Krieg vertraute er Präsident Truman an, seine Hände seien mit Blut befleckt. Später wandte er sich gegen die Wasserstoffbombe, das Lieblingsprojekt seines alten Mitstreiters Edward Teller. Der verzieh ihm das nie.

Teller war es, der Oppenheimer 1953 vor einer Regierungskommission in der Ära des Kommunistenjägers McCarthy einen "zweifelhaften Charakter" bescheinigte. (Er hielt ihn für einen "heimlichen Roten", so Teller im Jahre 1975.)

Oppenheimer war damit seine "security clearance" los, nie wieder würde er Zugang zu sicherheitsempfindlichen Forschungsvorhaben von Regierung und Militärs bekommen. Verbittert, mit einem Märtyrer-Lächeln auf den Lippen, antwortete er auf die Frage, ob das Hearing nicht einer "trockenen Kreuzigung" geglichen habe: "Trocken war sie nicht, ich fühle das warme Blut noch an meinen Händen."

Als hemmungsloser Befürworter der atomaren Abschreckung, als geistiger Vater immer neuer, größerer oder kleinerer Bombenvarianten ging Teller bei den US-Präsidenten Richard Nixon und Ronald Reagan aus und ein. In den achtziger Jahren zog er sich mit seinen phantastischen Entwürfen für einen "Krieg der Sterne" den Spott der meisten ehemaligen Los-Alamos-Kollegen zu. Für den Erforscher der Kräfte der Natur waren Nuklearwaffen gleichbedeutend mit Fortschritt. "Sich dem zu verweigern ist eine mittelalterliche Haltung", erklärte er, und: "Ich befürworte jegliches Anwachsen menschlichen Wissens oder menschlicher Macht." Und er hielt daran fest, daß das angebliche Grauen der Nuklearwaffen in Wirklichkeit "ein gefährlicher Mythos" sei.

Bis heute wollen die meisten Kriegsveteranen und vermutlich auch die meisten Historiker in den USA glauben, daß Truman vor 50 Jahren richtig handelte, indem er sich für den Einsatz der Bombe entschied. Der Mythos lebt, daß alle Alternativen zu Recht verworfen wurden und daß Oppenheimer mit der Reinheit eines Heiligen an seiner Mission gearbeitet hatte.

Nur wenige Experten, wie beispielsweise Gar Alperovitz, schreiben offen, Truman hätte den Teufelskreis durchbrechen können, als Stalin ihm in Potsdam versicherte, er würde den Japanern den Krieg erklären, was zwei Tage nach Hiroschima tatsächlich geschah. Alperovitz ist überzeugt, daß der Sieg auch ohne die Bombe abzusehen war, daß die schrecklichen Tragödien von Hiroschima und Nagasaki aus militärischer Sicht sinnlos waren: "Es ist beweisbar", so Alperovitz, "daß die Bombe nicht nur unnötig war, sondern daß man es vorher wußte."

Auch Truman wußte das: In seinem Potsdamer Tagebuch prophezeite er für den Fall des sowjetischen Kriegseintritts "Fini Japs". Seiner Frau Bess schrieb er: "Wir werden den Krieg ein Jahr früher beenden. Denk nur an all die Kids, die nun nicht mehr sterben müssen."

Statt der "Kids" mußten die "Japs" sterben. Harry S. Truman hat zu seiner Entscheidung gestanden. 1958 bestätigte er dem Stadtrat von Hiroschima per Brief, daß er den Einsatz der Bombe unter vergleichbaren Umständen wieder befehlen würde.

"Wir schicken das mit Luftpost", wies Truman seinen Sekretär an, "und geben Sie acht, daß auch genug Briefmarken drauf sind!"



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