AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 26/2003

Archäologie Im Tiefflug durchs Tal der Pharaonen


Computersimulation der Amenemhet-Pyramide von Dahschur
ART + COM

Computersimulation der Amenemhet-Pyramide von Dahschur

Das antike Niltal entsteht derzeit in Berlin neu - als Computermodell zum Überfliegen und Hindurchwandern. Teile des riesigen Areals sind fast fertig, darunter die Städte Abydos und Kerma, die Grabanlagen von Dahschur, die Insel Elephantine und die Oase Siwa.

Die Rekonstruktion bietet eine bislang ungekannte Detailtreue. Die Zeitreisenden können am Bildschirm etwa die Figuren im Innenhof des Ramses-Tempels von Abydos betrachten und an der Außenmauer ein 75 Meter langes Relief studieren. Das ist das Werk der Berliner Medienfirma Art+Com, die zuvor schon zusammen mit Archäologen ein 3-D-Modell des sagenhaften Troja aufgebaut hatte.

Innenansicht des Ramses-Tempels von Abydos
ART * COM

Innenansicht des Ramses-Tempels von Abydos

Im Juli wird nun die erste Stufe des virtuellen Niltals fertig. Die Daten stammen vom Deutschen Archäologischen Institut in Kairo. Für den Anfang ist nur ein Bruchteil der Zehntausenden Grabungsstätten erfasst. Künftig soll die Archäologenzunft diese 3-D-Welt selbst erweitern. Die Forscher können ihre Bauten und Siedlungen im Modell aufbauen und dann am Bildschirm diskutieren, wie diese zur Zeit der Pharaonen wohl ausgesehen haben mögen.

Die Software ist vor allem als Werkzeug der Zusammenarbeit gedacht. Ein Schieberegler erlaubt es zum Beispiel, die Hypothesen schrittweise auszublenden, bis nur noch die gesicherten Grabungsbefunde übrig sind. In jede Szenerie lassen sich Fotos, Beschreibungen und andere Daten einfügen. Für die Forscher genügen grobe Klötzchenmodelle. Aus demselben Datenbestand lassen sich aber auch nahezu fotorealistische Welten für Ausstellungen erzeugen.



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