AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 43/2003

Ostdeutschland Alle Klugen weg?

Die Schlauen wandern ab, die Dummen bleiben: In den neuen Bundesländern liegt die Intelligenz der 18- bis 22-jährigen Männer mittlerweile weit unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt. Ähnlich schlimm sieht es nur in einer Region des Westens aus: in Ostfriesland.


Intelligenz-Studie: Weiße Flecken in den neuen Ländern, Bremen und Ostfriesland
DER SPIEGEL

Intelligenz-Studie: Weiße Flecken in den neuen Ländern, Bremen und Ostfriesland

Dass die dümmsten Rekruten des Landes aus dem Osten kommen, ist für Ulf Matthiesen, Professor am Brandenburger Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, die logische Folge jahrelanger Ost-West-Wanderung. Die Ergebnisse von Intelligenztests, bei denen Rekruten bundesweit auf Sprachverständnis, logisches Denken und mathematische Fähigkeiten geprüft wurden, zeigen, dass in vielen Ostregionen - besonders in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt - mittlerweile die klugen Köpfen fehlen (siehe Grafik).

"Die Klügsten und Mobilsten sind schon weg"
DPA

"Die Klügsten und Mobilsten sind schon weg"

Die Abwanderung dauert an. Allein im ersten Halbjahr 2003 verloren die neuen Bundesländer mehr als 16 000 Einwohner. Zwar scheint das Fluchttempo abzunehmen - erstmals seit 1997 zogen im vergangenen Jahr weniger Ostdeutsche gen Westen als im Jahr zuvor -, doch das hat nach Ansicht von Matthiesen ganz natürliche Gründe: "Die Klügsten und Mobilsten sind schon weg."

Halte dieser "brain drain" an, so der aus Hamburg stammende Forscher, bestehe die Gefahr, dass künftig einige Kommunen Brandenburgs hauptsächlich von "arbeitslosen Stadtdeppen ohne Chance auf Paarbeziehungen" bevölkert würden.



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