AUS DEM SPIEGEL
Ausgabe 24/2004

Fernsehen Stasi bei der ARD

Einen Report, der für unangenehme Überraschungen sorgen dürfte, bekommen am Dienstag dieser Woche der ARD-Vorsitzende Jobst Plog und die übrigen Intendanten des Senderverbundes auf den Tisch.


ARD-Vorsitzender Plog
DDP

ARD-Vorsitzender Plog

In dem Papier, das der "Forschungsverbund SED-Staat" der Freien Universität Berlin im Auftrag der ARD erstellt hat, werden eine Reihe unentdeckter Stasi-Spitzel in den Funkhäusern von Ost- und Westdeutschland enttarnt. Insbesondere Anstalten wie MDR, WDR und RBB müssen neue Stasi-Fälle befürchten. In der 1200-Seiten-Studie werden zudem Anwerbeversuche und Einflussnahmen auf die Berichterstattung einzelner Redaktionen durchleuchtet sowie die Tätigkeiten ehemaliger Korrespondenten in Ostdeutschland. Die ARD will die Ergebnisse zunächst unter Verschluss halten, weil mit den Enttarnten erst vertraulich gesprochen werden soll. Dann werden Juristen die nur in elf Exemplaren verteilte Studie für die Veröffentlichung bearbeiten. Zudem soll eine dreiteilige Dokumentation (Arbeitstitel: "Operation Fernsehen") gedreht werden.



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